Gute Nachricht für Hamburger Landebahngegner: Großkunde des Konzerns bestellte zwei A380 ab

Nachdem die »Emirates Airlines« zwei Frachtmaschinen des neuen Superjets A380 wieder abbestellt haben, sehen sich die Gegner einer Landebahnerweiterung für das Hamburger Airbuswerk im Aufwind. Für eine »vorzeitige Besitzanweisung« eines Sperrgrundstücks fehle nun die Grundlage, erklärte am Dienstag Grundeigentümeranwalt Peter C. Mohr, der einen Eilantrag beim Landgericht dagegen ankündigte. Die Besitzanweisung wollte die Enteignungsbehörde der 26köpfigen Eigentümergemeinschaft für die 100 Quadratmeter kleine Fläche noch vor dem eigentlichen Enteignungshauptverfahren bis Ende dieser Woche zustellen. In der Eigentümergemeinschaft hatten sich die verbliebenen Landebahngegner aus dem Stadtteil Neuenfelde zusammengeschlossen, nachdem sich die anderen Anrainer ihre Grundstücke bereits teuer von der Stadt hatten abkaufen lassen. Aus Sicht von Airbus muß auch dieses letzte Grundstück für eine Landebahnerweiterung zur Verfügung stehen, damit auch die Frachtversionen des A380 in Hamburg landen und starten können.

Wie erst am Wochenende bekannt wurde, haben nun die in Dubai beheimatete Emirates Airlines zwei dieser Frachtflugzeuge wieder abbestellt. Fluggesellschaftschef Tim Clark begründete dies mit unpünktlichen Lieferterminen für die Flugzeuge, deren Innenausbau und Lackierung das Airbuswerk in Hamburg übernommen hat. Airbus hatte ursprünglich eine Lieferung für April 2007 zugesagt, dann aber mitgeteilt, daß der Termin nicht zu halten sei. Die Absage läßt nun die Alarmsirenen schrillen, denn die arabische Fluggesellschaft gehört mit insgesamt 45 bestellten A380 zu den Großkunden des Airbus-Konzerns.

Clark forderte Airbus auf, seine Produktionskapazitäten kurzfristig zu verdoppeln, um die Nachfrage befriedigen zu können. Doch das will man in der Toulouser Airbus-Zentrale nicht, wo man damit rechnet, daß der gegenwärtige Flugzeugbau-Boom schon Ende 2008 wieder abebbt. Weil aber Clark zu den einflußreichsten Figuren der internationalen Flugzeugbranche gehört, meint man, seinen Wunsch nicht ignorieren zu können. Schon Clarks Kritik am A350 führte dazu, daß Airbus vor einigen Jahren gleich mehrere Milliarden Euro in ein völlig neues Flugzeug investierte. Clark will seine Flugzeuglinien ständig erweitern und dabei Zwischenlösungen nicht akzeptieren. »Die Jungs müssen uns die verdammten Dinger endlich bauen, und wenn es zehn Milliarden kostet«, so Clark am Wochenende.

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