19. Juli 2007

Auftakt für weitere Aktionen in der Tarifauseinandersetzung des Einzelhandels

Der Tarifkonflikt für die 56000 Beschäftigten im Hamburger Einzelhandel spitzt sich zu. Nachdem die Verhandlungen in zweiter Runde ergebnislos vertagt wurden, hat die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di am gestrigen Mittwoch gleich mehrere Hamburger Kaufhäuser bestreikt. So waren das Alsterhaus am Jungfernstieg, die Karstadt- und Kaufhoffilialen in der Mönckebergstraße und mehrere Buchhandlungen durch Streikketten bis 11.00 Uhr blockiert.

Das sei ein »toller Auftakt für die kommenden Aktionen in der laufenden Tarifauseinandersetzung«, bewertete ver.di-Verhandlungsführer Ulrich Meinecke den Warnstreik. Erfreulich sei die »exzellente Beteiligung« der Belegschaften, der Ausstand sei ein »starkes Signal in Richtung Arbeitgeber«. Die Beschäftigten seien besonders verärgert, weil der sogenannte Arbeitgeberverband alle Lohnforderungen der Gewerkschaft bisher abgeblockt habe und nun die Regelungen aus dem Manteltarifvertrag in Frage stelle.

Umstritten sind laut Meinecke die bisherigen Nacht- und Spätzulagen, die Regelungen zum Urlaubs- und Weihnachtsgeld und die Anteile der Unternehmen zur betrieblichen Altersvorsorge. Noch gar nicht sei über die gewerkschaftliche Forderung nach Erhöhung der Grundlöhne um fünf Prozent, mindestens aber 100 Euro im Monat, gesprochen worden.

Zu ähnlichen Aktionen kam es in den letzten Tagen in den Bundesländern Bayern, Saarland, Hessen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Denn auch dort sind die Tarifverhandlungen im Einzelhandel festgefahren, da Konzerne Lohnerhöhungen pauschal ablehnen. Für Bayern werden die Verhandlungen am Freitag, für Baden-Württemberg am Montag fortgesetzt. Sollte es keinen Durchbruch geben, werde in Hamburg ab 30. Juli wieder gestreikt. Dann auch mehrtägig, kündigte Meinecke an.

Verwendung: Junge Welt vom 19. Juli 2007
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