{"id":3380574,"date":"2007-12-01T19:46:51","date_gmt":"2007-12-01T19:46:51","guid":{"rendered":"http:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/2007\/12\/01\/erste_berichte_vom_aktionstag_gegen_krie3380574\/"},"modified":"2007-12-01T19:46:51","modified_gmt":"2007-12-01T19:46:51","slug":"erste_berichte_vom_aktionstag_gegen_krie3380574","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/2007\/12\/01\/erste_berichte_vom_aktionstag_gegen_krie3380574\/","title":{"rendered":"Erste Berichte vom Aktionstag gegen Kriegsverbrecher in Deutschland"},"content":{"rendered":"<div align=\"right\"><font size=\"1\">01. Dezember 2007<\/font><\/div>\n<p>Zu dem heute stattgefundenen Aktionstag gegen Kriegsverbrecher &#8211; vergleiche <a href=\"http:\/\/andreas-gruenwald.blog.de\/2007\/11\/30\/aktionstag_gegen_kriegsverbrecher~3376753\" target=\"_blank\">Aktionstag gegen Kriegsverbrecher<\/a> und in <a href=\"http:\/\/andreas-gruenwald.blog.de\/2007\/11\/30\/in_deutschland_lebende_kriegsverbrecher~3376933\" target=\"_blank\">Deutschland lebende Kriegsverbrecher<\/a> gibt es erste Berichte aus verschiedenen St\u00e4dten. Die nachfolgenden Berichte stammen aus Saarbr\u00fccken, Bremen, Hamburg, Hopfgarten (Tirol\/\u00d6sterreich), Eurasburg, Ottobrunn, Berlin, Greven, N\u00fcrnberg, Grafenwiesen, Duisburg, Freiberg und Wurzen. Sie wurden mir durch die Antifa-Initiativen zugestellt und werden hier unver\u00e4ndert dokumentiert:<\/p>\n<p><u>Saarbr\u00fccken<\/u><\/p>\n<p><a href=\"#\" title=\"Aktionstag_Kriegsverbrecher_Saarbr\u00fccken\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2007\/12\/2187210_fc615a29ad_s.jpg\" alt=\"Aktionstag_Kriegsverbrecher_Saarbr\u00fccken\" vspace=\"5\" hspace=\"5\" align=\"right\"><\/a>Am 1. Dezember fand in Saarbr\u00fccken im Rahmen eines bundesweiten Aktionstages gegen NS-Kriegsverbrecher eine Kundgebung auf dem Rathausplatz statt. Rund 50 Menschen aus allen Altersspektren waren zusammengekommen um auf den in Saarbr\u00fccken lebenden und in Italien wegen des Massakers in der der Stadt Marzabotto verurteilten NS-Kriegsverbrecher Paul Albers aufmerksam zu machen. Bereits am Vormittag verteilten 25 AktivistInnen zahlreiche Flugbl\u00e4tter in der direkten Nachbarschaft von Paul Albers und sangen italienische Partisanenlieder wie \u0084Bella ciao\u0093 und \u0084Bandiera rossa\u0093 vor dessen Wohnhaus und es kam zu Gespr\u00e4chen mit interessierten Nachbarn.<\/p>\n<p><!--more-->Die Kundgebung am Mittag wurde mit Musik und Redebeitr\u00e4gen gestaltet. Dabei wurde die Aktion vom Vormittag erl\u00e4utert und auf Paul Albers und seine Verbrechen eingegangen. Bei einem Teach-In durch die Antifa Saar \/ Projekt AK wurde auf die historische Rolle des Saarlandes vor, w\u00e4hrend und nach dem Nationalsozialismus eingegangen. So hie\u00df es dort beispielsweise: \u0084Mit politischen Entwicklungen verh\u00e4lt es sich all zu oft wie mit pers\u00f6nlichen Lebenswegen: Chancen, die einmal verpasst sind, bieten sich in der Ursprungsform nicht wieder. Eine historische Chance war die m\u00f6gliche Abtrennung von Deutschland in den Jahren 1920-1935. Dies n\u00f6tige Zeichen w\u00e4re eine politische Niederlage f\u00fcr Nazideutschland gewesen.<\/p>\n<p>Von einem autonomen Saargebiet aus h\u00e4tte der Kampf gegen Deutschland, so lang wie m\u00f6glich, organisiert werden k\u00f6nnen, w\u00e4hrend das Territorium als Fluchtort oder \u00dcbergangsl\u00f6sung f\u00fcr jene h\u00e4tte fungieren k\u00f6nnen, die von den Herrenmenschen gejagt wurden.<br \/>\nDiese M\u00f6glichkeiten mussten Utopie bleiben, weil es nicht gen\u00fcgend Menschen gab, die dieser Zielsetzung h\u00e4tten nachkommen wollen. Die Menschen wollten anderes, sie wollten ein judenfreies Saargebiet im Deutschen Reich, von dem aus der totale Krieg gef\u00fchrt wurde\u0093.<\/p>\n<p>Im Verlauf des Aktionstages in Saarbr\u00fcckenwurden 2000 Flugbl\u00e4tter verteilt und am Ende der einst\u00fcndigen Kundgebung wurden an die TeilnehmerInnen noch Plakate der Initiative \u0084Keine Ruhe\u0093 verschenkt.<br \/>\nIm Regionalteil der Saarbr\u00fccker Zeitung gab es bereits am Aktionstag selbst einen l\u00e4ngeren Bericht und auch bei der Kundgebung war wieder Presse vor Ort.<\/p>\n<p><u>Bremen<\/u><\/p>\n<p>Im Rahmen des Aktionstages &#8222;NS-Verbrecher zur Verantwortung ziehen&#8220; fanden heute, am 1.12.2007, Aktionen in insgesamt 12 St\u00e4dten in der BRD und \u00d6stereich statt.<\/p>\n<p><a href=\"#\" title=\"Mildes_Haus\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2007\/12\/2184382_9b66e95e33_s.jpg\" alt=\"Mildes_Haus\" vspace=\"5\" hspace=\"5\" align=\"right\"><\/a>In Bremen war diese Aktion eine Kundgebung im Steintorviertel. Etwa 100 Antifaschistinnen und Antifaschisten zogen vor das Haus des verurteilten NS-Kriegsverbrechers Max Josef Milde (L\u00fcbecker Strasse 9). Milde wurde im Oktober 2006 von einem Milit\u00e4rgericht im italienischen La Spezia wegen Beteiligung an der Ermordung von 59 Menschen zu lebenslanger Haft verurteilt.<\/p>\n<p>In Redebeitr\u00e4gen, auf Flugbl\u00e4ttern und Transparenten wurde der ehemalige Wehrmachtssoldat  aufgefordert, Verantwortung f\u00fcr seine Taten zu \u00fcbernehmen und sich den Fragen der \u00dcberlebenden des Massakers von Civitella und ihrer Angeh\u00f6rigen zu stellen.<br \/>\nVon der bundesdeutschen Justitz forderten die DemonstrantInnen, endlich ein Verfahren gegen Max Josef Milde zu er\u00f6ffnen. Aber es wurde auch immer wieder darauf hingewiesen: Max Josef Milde ist kein Einzelfall. Noch immer leben hunderte von NS-Kriegsverbrechern mitten unter uns.<\/p>\n<p>So hie\u00df es in einem Redebeitrag:<\/p>\n<p><a href=\"#\" title=\"Aktion_Gegen_Kriegsverbrecher_in_Bremen\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2007\/12\/2184381_97aa7843f8_s.jpg\" alt=\"Aktion_Gegen_Kriegsverbrecher_in_Bremen\" vspace=\"5\" hspace=\"5\" align=\"left\"><\/a>&#8222;Seit Jahrzehnten leben sie unbehelligt wie Max Milde &#8211; zumindest bis heute -, meist durch eine Rente gut versorgt, oft als angesehene B\u00fcrger oder doch zumindest als unauff\u00e4llige, nette Opas &#8211; und Omas &#8211; von nebenan. Sie konnten sich verlassen auf den juristisch praktizierten T\u00e4terschutz. Vor allen Dingen aber konnten sie sich verlassen auf eine Gesellschaft, die von der NS-Vergangenheit nichts mehr wissen wollte und in der wenig oder keine Fragen gestellt wurden.&#8220;<\/p>\n<p>Dieses Schweigen zu brechen und die Ruhe des verurteilten Kriegsverbreches zu st\u00f6ren, war Ziel der heutigen Aktion, in deren Rahmen 3 000 Flugbl\u00e4tter an die NachbarInnen und BewohnerInnen des Stadtteils verteilt wurden.<\/p>\n<p><u>Greven \/ Nordrhein-Westfalen:<\/u><\/p>\n<p>An zentral gelegener Stelle fand in Greven eine Kundgebung statt, die mit Hilfe von Transparenten (&#8222;Die M\u00f6rder sind unter uns &#8211; NS-T\u00e4ter bestrafen!&#8220;), Flugbl\u00e4ttern und Lautsprecher einen &#8222;Erregungskorridor&#8220; schuf, durch den die Fu\u00dfg\u00e4ngerzone vetreten und verlassen werden musste. Eine Rednerin portraitierte den Grevener Kriegsverbrecher Heinrich Nordhorn und schilderte die Verbrechen, f\u00fcr die er in Italien verurteilt worden war. Die Reaktionen der GrevenerInnen waren zu etwa 70% positiv: &#8222;Gut, dass das endlich mal offen ausgesprochen wird&#8220; und: &#8222;Gut, dass ihr hier seid&#8220; waren h\u00e4ufig zu h\u00f6ren. Passanten blieben stehen und nahmen sich Zeit, der Rednerin zuzuh\u00f6ren. Seltener hie\u00df es: &#8222;Nee danke, das war vor mir&#8220; und nur ein Mann verga\u00df, dass Westfalen im Allgemeinen eher wortkarg sind und schimpfte: &#8222;Ihr seid doch irre!&#8220; Es zeigte sich, dass es in Greven allgemein bekannt ist, dass Nordhorn ein verurteilter Kriegsverbrecher ist. Manche fragten, warum das Gerichtsverfahren erst jetzt stattgefunden habe.<br \/>\nNach der Kundgebung fand ein spontaner Besuch bei Nordhorn zu Hause statt. Die Nachbarschaft wurde per Flugblatt informiert und Nordhorn musste sich Partisanenlieder anh\u00f6ren. Eine Nachbarin wunderte sich, dass die Scheiben des Hauses, in dem der als rabiat geltende 88-J\u00e4hrige alleine wohnt, nicht schon mal eingeworfen worden seien. Abschlie\u00dfend wurden Flugbl\u00e4tter an die MieterInnen seiner H\u00e4user in der Grevener Sachsen- und Frankenstra\u00dfe verteilt. Insgesamt war der zweist\u00fcndige Besuch in Greven ein voller Erfolg.<\/p>\n<p><u>Berlin<\/u><\/p>\n<p>Auch in Berlin haben sich um 9.00 fr\u00fch ca. 30-40 Leute an der Ecke Bernauer Str.\/ Rheinsberger Str. getroffen. Mit Transparenten wie &#8222;Das Schweigen durchbrechen &#8211; NS-T\u00e4ter zur Verantwortung ziehen&#8220; zogen sie auf der Stra\u00dfe zur Rheinsberger Str. 22, wo Max Schneider, einer der in La Spezia verurteilten ehemaligen SS-Angeh\u00f6rigen, wohnt.<\/p>\n<p>Offensichtlich war Max Schneider bereits die Tage zuvor als Kriegsverbrecher geoutet worden. Denn in der N\u00e4he hingen Plakate, auf denen die Geschichte des Massakers in Marzabotto und die T\u00e4terschaft von Schneider thematisiert wurden.<\/p>\n<p>Direkt vor seinem Haus wurden in mehreren Redebeitr\u00e4gen die Nachbarinnen und Nachbarn Schneiders \u00fcber den historischen Hintergrund des Massakers, des Verfahrens in Italien und \u00fcber die Verurteilung Schneiders informiert. Auch angesprochen wurde sein Verhalten und seine Position zu den Vorw\u00fcrfen. Nach mehreren Versuchen von Journalisten, von ihm eine Stellungnahme zu erhalten, bedauerte Schneider lediglich in einer offiziellen Pressemitteilung seines Anwalts, dass er als Einheit die 16. Panzergrenadier-Division gew\u00e4hlt hatte. Eine Tatbeteiligung stritt er ab. Dar\u00fcber hinaus zeigt er keine Reue noch findet er Worte des Bedauerns gegen\u00fcber den Opfern und Angeh\u00f6rigen.<br \/>\nDas fr\u00fche Erscheinen im str\u00f6menden Regen wurde honoriert. Herr und Frau Schneider griffen zum Telefonh\u00f6rer, um sich bei der Polizei wg. Bedrohung zu beschweren und Anzeige zu erstatten. Schauen wir mal, wo man sich so wieder trifft.<\/p>\n<p><u>Hopfgarten \/ Tirol (\u00d6sterreich)<\/u><\/p>\n<p>Unter dem Motto &#8222;Keine Ruhe den NS-Kriegsverbrechern&#8220; fand am Samstag (den 01.12.07) in der Tiroler Gemeinde Hopfgarten ein antifaschistischer Aktionstag statt. Hopfgarten w\u00e4hlte das Dutzend demonstrierender AntifaschistInnen aus \u00d6sterreich und Deutschland deshalb, da hier Hubert Bichler, ein in Italien zu lebenslanger Haft verurteilter Kriegsverbrecher bisher ungest\u00f6rt seinen Lebensabend verbringt. Der am 01.12.1920 geborene Bichler war als Kommandant zweier Z\u00fcge ma\u00dfgeblich an dem Massaker von Marzabotto beteiligt. Deshalb wurde er (und neun weitere deutsche Soldaten) am 13. Januar 2007 vom Milit\u00e4rtribunal in La Spezia zu lebensl\u00e4nglicher Haft (1 Jahr davon tags\u00fcber in Isolationshaft) wegen mehrfachen Mordes an ZivilistInnen verurteilt.<\/p>\n<p><a href=\"#\" title=\"Aktion_gegen_Kriegsverbrecher_in_Hopfgarten_Tirol\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2007\/12\/2184380_246eddb43a_s.jpg\" alt=\"Aktion_gegen_Kriegsverbrecher_in_Hopfgarten_Tirol\" vspace=\"5\" hspace=\"5\" align=\"right\"><\/a>Das Massaker, welches Bichler mit den SS-Einheiten zwischen dem 29. September und 1. Oktober 1944 an der Zivilbev\u00f6lkerung der norditalienischen Gemeinde Marzabotto anrichtete, geh\u00f6rt nach Informationen der DemonstrantInnen, zu den schlimmsten und brutalsten Kriegsverbrechen der Nazis w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs. In dem in Hopfgarten verteilten Flugblatt hei\u00dft es dazu: &#8222;800 Menschen, haupts\u00e4chlich Frauen, Kinder und \u00e4ltere M\u00e4nner, wurden allein in Marzabotto niedergemetzelt und ermordet. Weitere 1.000 in umliegenden Orten, die zur Gemeinde Marzabotto geh\u00f6ren. Unter den Opfern waren etwa zweihundert Kinder, manche erst wenige Tage alt. Die SS-M\u00e4nner drangen in Wohnh\u00e4user, H\u00f6fe, Schulen und Kirchen ein, erschossen ihre Opfer mit Maschinengewehren, warfen Handgranaten in H\u00e4user und z\u00fcndeten Geb\u00e4ude und Kirchen an. Selbst auf Leichenberge wurde noch geschossen. Die wenigen \u00dcberlebenden entkamen nur deshalb dem Tod, weil sie von den Leichen ihrer Angeh\u00f6rigen und Nachbarn verdeckt waren oder sich verstecken konnten.&#8220;<\/p>\n<p>Michael Kurz, ein Sprecher der DemonstrantInnen in Hopfgarten forderte: &#8222;Die NS-Kriegsverbrecher m\u00fcssen zur Verantwortung gezogen werden. F\u00fcr die T\u00e4ter darf es kein ruhiges Hinterland geben, weder in Hopfgarten noch anderswo&#8220;. Die Aktion in Hopfgarten wird von den AktivistInnenen als gro\u00dfer Erfolg gewertet. Am zentralen Marktplatz der 5000 EinwohnerInnen war eine &#8222;Mahnwache&#8220; mit Infostand. Auch vor Superm\u00e4rkten wurden Flyer verteilt. Innerhalb von 2 Stunden waren hunderte Flyer weg. Es gab zahlreiche gute Gespr\u00e4che mit PassantInnen und bis auf eine Person keine feindseligen Bemerkungen). An die direkte Nachbarschaft von Hubert Bichler wurden extra noch &#8222;offene Briefe&#8220; verteilt. Die Aktion wird in den n\u00e4chsten Tagen Ortsgespr\u00e4ch Nummer 1 sein.<\/p>\n<p>Der Aktionstag &#8222;Keine Ruhe den NS-Kriegsverbrechern&#8220; fand neben Hopfgarten noch in neun weiteren St\u00e4dten (u.a. N\u00fcrnberg, Berlin etc.), in welchen verurteilte NS-Kriegsverbrecher leben, statt.<\/p>\n<p><u>Hamburg<\/u><\/p>\n<p><a href=\"#\" title=\"Aktionstag_Kriegsverbrecher_Hamburg_1\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2007\/12\/2187209_f33018c7b6_s.jpg\" alt=\"Aktionstag_Kriegsverbrecher_Hamburg_1\" vspace=\"5\" hspace=\"5\" align=\"left\"><\/a>In Hamburg zogen etwa 40 bis 50 Teilnehmer nach einer Kundgebung auf einer Einkaufsstra\u00dfe in die Lerchenstra\u00dfe Nummer 9, wo der Kriegsverbrecher Gerhard Sommer in einer noblen Altersresidenz wohnt. Mit Reden, Flugbl\u00e4ttern und durch Gespr\u00e4che wurden Passanten und die Nachbarn des Herrn Sommer \u00fcber seine Kriegsverbrechen aufgekl\u00e4rt. Dort im Stadtteil Volksdorf ist die Sache inzwischen recht bekannt, denn es war schon die dritte Aktion dieser Art. Wie immer war Sommer selbst zu eigenen Stellungnahmen nicht bereit.<\/p>\n<p><u>N\u00fcrnberg<\/u><\/p>\n<p>Aktionstag gegen NS-Kriegsverbrecher in N\u00fcrnberg<\/p>\n<p>Am Samstag 1. Dezember fand der bundesweite Aktionstag gegen NS-Kriegsverbrecher statt. Der Verein limovobi e. V. hatte im Vorfeld beschlossen, keine Kundgebung vor dem Haus von Adolf Schneider abzuhalten, sondern einen Infostand in der N\u00fcrnberger Fu\u00dfg\u00e4ngerzone (neben dem Vertriebenendenkmal) zu organisieren.<br \/>\nEs gab eine Ausstellung mit Tafeln \u00fcber das Urteil zu Marzabotto, den damaligen Ereignissen sowie einer Zeitzeugenschilderung des \u00dcberlebenden Francesco Pirini (alles auch nachzulesen auf unserer Homepage www.resistenza.de). Au\u00dferdem hatten wir einen Redebeitrag zum Aktionstag vorbereitet und eine Lesung der Zeitzeugenschilderung, die mehrmals \u00fcber Lautsprecher vorgetragen wurden. Zus\u00e4tzlich wurden hunderte Flugbl\u00e4tter und unsere kostenlose Brosch\u00fcre \u0084la resistenza \u0096 Beitr\u00e4ge zu Faschismus, deutscher Besatzung und dem Widerstand in Italien\u0093 verteilt. (Die Brosch\u00fcre ist ebenfalls kostenlos \u00fcber unsere Homepage zu bestellen.)<\/p>\n<p>Trotz des wirklich besch&#8230; Wetters und des Weihnachtskonsumterrors war das Interesse der PassantInnen besser als erwartet. Etliche PassantInnen nahmen sich die Zeit, die Ausstellungstafeln anzuschauen oder blieben w\u00e4hrend der Redebeitr\u00e4ge stehen. Was nat\u00fcrlich nicht ausblieb, waren sehr freim\u00fctig vorgetragene Kommentare und Diskussionsbeitr\u00e4ge von PassantInnen, die von \u0084Auch wir waren Opfer\u0093(Dresden) bis zu \u0084kann damit endlich mal Schluss sein\u0093 und \u0084Ihr spinnt doch\u0093 reichten. Aber es gab auch viele positive Resonanzen, die von \u0084weiter so\u0093 \u00fcber \u0084viel zu wenig bekannt\u0093 bis zu \u0084wichtig, dass das endlich mal jemand \u00f6ffentlich thematisiert\u0093 reichten.<\/p>\n<p>Es waren im Laufe des Nachmittags alle drei gro\u00dfen N\u00fcrnberger Zeitungen da, die auch bekundeten, etwas zum Thema bringen zu wollen.<\/p>\n<p>Einige italienische und US-amerikanische PassantInnen (der Christkindlsmarkt in N\u00fcrnberg ist eine bekannte Touristenattraktion) dr\u00fcckten zum Teil ihre Verwunderung, aber auch ihre Sympathie dar\u00fcber aus, dass wir dieses Thema in Deutschland an die \u00d6ffentlichkeit bringen. Nachdem eine Passantin per Handy ihrer Familie in Italien \u00fcber den Infostand berichtet hatte, erreichten uns sogar solidarische Gr\u00fc\u00dfe aus dem entfernten Genua.<\/p>\n<p>Mehr Infos zum Thema gibt\u0092s unter <a href=\"http:\/\/www.resistenza.de\" target=\"_blank\">www.resistenza.de<\/a><\/p>\n<p><u>Eurasburg<\/u><\/p>\n<p>Eine kleine Abordnung bayerischer und baden-w\u00fcrttembergischer Antifas machte sich am Vormittag mit Bahn, S-Bahn und Regionalbus auf den  weiten Weg ins s\u00fcdlich von Wolfratshausen gelegene Eurasburg. Dort wohnt im noblen Schloss Eurasburg der heute 85j\u00e4hrige ehemalige SS-Unterscharf\u00fchrer Maximilian (Max) Roithmeier (ehemals Zugf\u00fchrer in der 16. SS-Panzerdivision &#8222;Reichsf\u00fchrer SS&#8220;).<\/p>\n<p>Wegen seiner Beteiligung an den nationalsozialistischen Massakern im<br \/>\nitalienischen Marzabotto 1944 wurde er am 13. Januar 2007 vom Milit\u00e4rgericht in la Spezia zu lebenslanger Haft verurteilt, das Urteil ist Ende November 2007 rechtskr\u00e4ftig geworden. Das Gericht befand ihn und neun weiter Angeklagte f\u00fcr schuldig, in Marzabotto und den umliegenden Ortschaften mehr als 800 Menschen get\u00f6tet zu haben. Max Roithmeier und die anderen Verurteilten wurden au\u00dferdem verpflichtet, Entsch\u00e4digungen von \u00fcber 10 Mio. Euro an die \u00dcberlebenden und<br \/>\nFamilienangeh\u00f6rigen der Opfer zu zahlen. Die BRD weigert sich jedoch bisher beharrlich, Max Roithmeier an Italien auszuliefern oder ihn hier in  Deutschland zu inhaftieren. Und sie weigert sich auch, Entsch\u00e4digungen zu zahlen oder die Entsch\u00e4digungsforderungen aus dem Urteil einzutreiben.<\/p>\n<p>Welche Sorgen sich die Beh\u00f6rden dagegen um das Wohlergehen des wegen 800fachen Mordes verurteilten Kriegsverbrechers machen, zeigt auch der heutige antifaschistische Aktionstag. Die angemeldete Kundgebung auf dem Schlossberg wurde vom Landratsamt Bad T\u00f6lz-Wolfratshausen am Freitag kurzfristig zwangsverlegt. Zitat LRA Bad T\u00f6lz-Wolfratshausen: &#8222;Denn dadurch w\u00fcrde im gesch\u00fctzten Bereich ein erheblicher psychischer Druck auf Herrn Roithmeier und seine Angeh\u00f6rigen ausge\u00fcbt&#8220;.  Die Antifas wichen an den Ortseingang aus und konnten, mit dem gro\u00dfen Transparent &#8222;Kein Vergeben &#8211; kein Vergessen!&#8220; und Flugbl\u00e4ttern zu Max Roithmeier doch einige AutofahrerInnen und AnwohnerInnen erreichen.  Jugendliche fragten wegen Roithmeier-Materialien an, die sie im Geschichtsunterricht verwenden wollen.<\/p>\n<p>Im Auflagenbescheid war die Megaphonnutzung untersagt worden (&#8222;&#8230;nicht durch die Versammlungsfreiheit gedeckt&#8220;). Mehrere PolizistInnen in Uniform und zivil mussten also schon genau hinh\u00f6ren, ob im trotzdem gehaltenen, ausf\u00fchrlichen Redebeitrag zu Max Roithmeier auch ja kein Hinweis auf dessen Adresse enthalten ist &#8211; diese zu nennen oder das Geb\u00e4udeensemble anzudeuten, war ebenfalls im Auflagenbescheid verboten worden. Thematisiert wurde statt dessen das Massaker von Marzabotto, die Erlebnisse der \u00dcberlebenden und Angeh\u00f6rigen, die Rolle von Max Roithmeier, der Verlauf des Prozesses in La Spezia, das Urteil und das<br \/>\nNichtagieren der hiesigen Beh\u00f6rden. Die Aktivisten untermalten ihre Aktion mit italienischen Partisanenliedern aus dem tragbaren CD-Player und fuhren nach ca. einer Stunde wieder von dannen, denn es stand ja noch die Aktion in Ottobrunn auf dem Programm.<\/p>\n<p><u>Ottobrunn<\/u><\/p>\n<p>Viele Jugendliche aus Ottobrunn und Umgebung folgten hier einem Aufruf der Antifa Jugend M\u00fcnchen (ajm) und versammelten sich ab 14.00 Uhr mit AntifaschistInnen aus M\u00fcnchen auf dem Bahnhofsplatz Ottobrunn zu einer recht charmanten Antifa-Demo gegen die Straffreiheit von NS-Kriegsverbrechern. Die ca. 80 DemonstrantInnen liefen in guter Stimmung durch die s\u00fcd\u00f6stlich von M\u00fcnchen gelegene Kleinstadt und thematisierten dabei die ganze Zeit den hier wohnenden Kriegsverbrecher Josef Scheungraber. Dieser ist f\u00fcr die grausame Ermordung von mindestens 13 Menschen im Juni 1944 im toskanischen Dorf Falzano bei Arazzo verantwortlich. Er und der damalige Wehrmachtsmajor Herbert Stommel hatten als &#8222;Vergeltung&#8220; f\u00fcr Partisanenangriffe 15 Zivilisten in ein Haus<br \/>\ngesperrt und dieses anschlie\u00dfend gesprengt. Josef Scheungraber wurde deshalb 2006 in La Spezia zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.<\/p>\n<p>In Ottobrunn ist Josef Scheungraber Mitglied der CSU, Ehrenmitglied der Feuerwehr und wurde dazu 2005 mit der B\u00fcrgermedaille ausgezeichnet.  Regelm\u00e4\u00dfig nimmt Scheungraber mit anderen Kriegsverbrechern an den Veteranentreffen der Gebirgsj\u00e4ger in Mittenwald teil. Die Bundesregierung weigert sich, Josef Scheungraber nach Italien auszuliefern, und hierzulande droht Scheungraber offensichtlich auch keine Inhaftierung.<\/p>\n<p>Mit einer Zwischenkundgebung am Denkmal f\u00fcr das ehemalige KZ-Au\u00dfenlager<br \/>\nOttobrunn wurde an die Opfer des Nationalsozialismus in Ottobrunn erinnert. Wie in Eurasburg durften sich auch in Ottobrunn die AntifaschistInnen dem Wohnhaus des Kriegsverbrechers Josef Scheungraber nicht n\u00e4hern, durch st\u00e4ndige Durchsagen und Flugblattverteilungen konnten aber sehr viele Menschen in dessen direkter Nachbarschaft erreicht werden. Einige wenige B\u00fcrger aus Ottobrunn schlossen sich der Demo an und erz\u00e4hlten am Mikrofon auch von Erlebnissen mit dem Kriegsverbrecher Scheungraber, z. B. von dessen Weigerung, beim Feuerwehrausflug nach Italien mitzukommen. Die Demonstration war dar\u00fcberhinaus als eine antifaschistische Intervention gegen die zunehmenden Neonazi-Umtriebe in Neubiberg und Ottobrunn gedacht.<\/p>\n<p>Wie wichtig ein solches Engagement ist, zeigte auf erschreckende Weise der Beginn der Antifa-Kundgebung, als ca. 20 aus ganz Bayern angereiste Neonazis (darunter auch bekannte NPD-Funktion\u00e4re und &#8222;B\u00fcrgerinitiative Ausl\u00e4nderstop&#8220;-Aktivisten) mit Parolen wie &#8222;Deutscher Sozialismus bis zum Sieg&#8220; zu provozieren versuchten. M\u00fcnchner Staatsschutzbeamte konnten sich auch dieses Mal Schikanen gegen die AntifaschistInnen nicht verkneifen und lie\u00dfen nach der Abschlusskundgebung einen Teilnehmer kurzzeitig in Gewahrsam nehmen und nahmen von anderen noch die Personalien auf. Alle TeilnehmerInnen aus dem Raum M\u00fcnchen warteten jedoch solidarisch aufeinander und fuhren gemeinsam zur\u00fcck.<\/p>\n<p><u>Grafenwiesen<\/u><\/p>\n<p><a href=\"#\" title=\"Aktionstag_Kriegsverbrecher_Grafenwiesen\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2007\/12\/2187208_8ef2a0d9a3_s.jpg\" alt=\"Aktionstag_Kriegsverbrecher_Grafenwiesen\" vspace=\"5\" hspace=\"5\" align=\"right\"><\/a>Im Rahmen des \u00fcberregionalen Aktionstags \u0084Opfer entsch\u00e4digen \u0096 NS-Kriegsverbrecher zur Verantwortung ziehen\u0093 fanden in Grafenwiesen nahe Cham (Oberpfalz\/Bayern) am 01.12.2007 eine Flugblattaktion sowie eine Kundgebung statt.<\/p>\n<p>Ziel des Aktionstages war es den noch lebenden NS-Kriegsverbrechern die Anonymit\u00e4t zu nehmen, und auf die Problematik des rechtlichen und gesellschaftlichen Umgangs mit NS-Kriegsverbrechern in Deutschland sowie der Nichtentsch\u00e4digungspraxis gegen\u00fcber den Opfern zu thematisieren.<\/p>\n<p>In dem beschaulich im bayrischen Wald gelegenen 1600-EinwohnerInnen-D\u00f6rfchen Grafenwiesen wohnt der in Italien rechtskr\u00e4ftig verurteilte NS-Kriegsverbrecher Josef Baumann.<\/p>\n<p>Der 82j\u00e4hrige Baumann war als Angeh\u00f6riger der 16. SS-Division, welcher er 1942 freiwillig beitrat an einem Massaker an weit \u00fcber 700 Zivilistinnen und Zivilisten in der italienischen Bergregion Marzabotto beteiligt.<\/p>\n<p>In der nahe der Stadt Bologna gelegenen Gemeinde wurden in der Zeit zwischen dem 29.09.1944 und 05.10.1944 vor allem alte M\u00e4nner, Frauen und Kinder durch die Deutschen get\u00f6tet. Die H\u00e4user der Bewohnerinnen und Bewohner wurden niedergebrannt, die Menschen zusammengetrieben und schlie\u00dflich durch Angeh\u00f6rige der 16. SS-Division sowie hinzugezogene Wehrmachtsangeh\u00f6rige erschossen.<\/p>\n<p>An diesen Kriegsverbrechen war Josef Baumann als kommandierender Unteroffizier beteiligt. Er sowie neun weitere SS-Angeh\u00f6rige wurden im Januar 2007 vom Milit\u00e4rgericht in La Spezia in Abwesenheit zu lebenslanger Haftstrafe sowie betr\u00e4chtlichen Entsch\u00e4digungszahlungen verurteilt.<\/p>\n<p>Die Urteile gegen deutsche Kriegsverbrecher im Ausland bleiben, wie auch in diesem Fall f\u00fcr die T\u00e4ter in der Regel folgenlos, da Deutschland eigene Staatsangeh\u00f6rige nicht an andere Staaten ausliefert. Von der deutschen Justiz hatten und haben die T\u00e4ter selten etwas zu bef\u00fcrchten. So leben sie als \u0084ganz normale M\u00e4nner\u0093 im ganzen Bundesgebiet ohne sich f\u00fcr ihre Taten verantworten zu m\u00fcssen. Sie bleiben v\u00f6llig unbehelligt, beziehen Renten und leben ein allt\u00e4gliches Leben.<\/p>\n<p>Ihre Beteiligung an Kriegsverbrechen haben sie stets verschwiegen. Wurde in Einzelf\u00e4llen die Tatbeteiligung bekannt, so wuchs im post-nationalsozialistischen Deutschland schnell Gras \u00fcber die Sache.<\/p>\n<p>Diese Ruhe wollten ca. 20 AntifaschistInnen vergangenen Samstag aufbrechen. Sie verteilten an ann\u00e4hernd alle Haushalte im Grafenwiesen \u00fcber 500 Flugbl\u00e4tter und f\u00fchrten eine Spontankundgebung vor dem Hause Josef Baumanns durch. Weiter hinterlie\u00dfen sie einen Reisekatalog sowie einen symbolischen \u0084Gutschein\u0093 f\u00fcr eine Reise nach Italien\u0085<\/p>\n<p><u>Duisburg<\/u><\/p>\n<p>In Duisburg-Rheinhausen wohnt Heinz Fritz Tr\u00e4ger in einer Wohnung der<br \/>\nKrupp-Siedlung. Weil diese riesig ist, haben wir dort Flugbl\u00e4tter in die<br \/>\nBriefk\u00e4sten und an die &#8211; wenigen &#8211; Stra\u00dfenpassantInnen verteilt. Danach wurde vor dem Haus, in dem Tr\u00e4ger wohnt, eine kurze spontane Kundgebung<br \/>\ndurchgef\u00fchrt. Wir haben &#8222;Bella Ciao&#8220; gesungen und in einer kurzen Ansprache \u00fcber das Urteil gegen Tr\u00e4ger und unsere Forderungen informiert.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Radio &#8222;Neue Welle Essen&#8220; wurden Interviews gemacht. Einige Nachbarn konnten angesprochen werden; sie gaben an, nichts von dem Urteil und der SS-Vergangenheit Tr\u00e4gers zu wissen.<\/p>\n<p>Wir konnten nur mit wenigen PassantInnen direkt sprechen, da nur wenige<br \/>\nMenschen auf der Stra\u00dfe und den Wegen der Siedlung unterwegs waren, gehen aber davon aus, dass unsere Flugbl\u00e4tter in dieser traditionellen Werkssiedlung, in der jeder jeden kennt, eine Welle von Gespr\u00e4chen ausl\u00f6sen werden. Insofern werten wir die Aktion als guter Anfang.<\/p>\n<p><u>Freiberg<\/u><\/p>\n<p>&#8222;Die M\u00f6rder sind unter uns!&#8220; Mehr als 40 junge AntifaschistInnen fanden sich in Freiberg zusammen, um in unmittelbarer N\u00e4he zum Markt einen Infostand durchzuf\u00fchren. Es handelte sich um eine Aktion im Rahmen des bundesweiten Aktionstags &#8222;Die M\u00f6rder sind unter uns!&#8220;, der sich mit den Massakern an der italienischen Zivilbev\u00f6lkerung besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p>Obwohl mehrere T\u00e4ter vom Gericht in La Spezia verurteilt sind, werden sie in Deutschland nicht zur Rechenschaft gezogen. Neben Aktionen in Berlin, N\u00fcrnberg, Hamburg, Bremen oder \u00d6sterreich gab es auch jene beiden in Sachsen.<\/p>\n<p>Bekannt ist der ehemalige SS-Mann Concina, der im Freiberger Altenheim lebt und f\u00fcr das Verbrechen in der toskanischen Gemeinde Sant Anna di Stazzema verurteilt ist. In Freiberg wurden rund 500 Flyer verteilt und auf Tafeln ZeitzeugInnenberichte bzw. Prozessbeobachtungen ausgestellt. Daneben gab es die Theateraktion &#8222;Der nette Opa von nebenan&#8220;. Ein als Greis verkleideter Mann schlenderte durch die Stadt &#8211; seine H\u00e4nde rot von Blut. Hinter ihm laufen drei Personen mit wei\u00df geschminkten Gesichtern, die T-Shirts tragen, auf denen 5 von \u00fcber 10.000 Opfernamen zu lesen sind. Die Aktion sorgt auf dem Weihnachtsmarkt f\u00fcr Aufsehen. Nach 2 Stunden wird der Infostand abgebaut und die AntifaschistInnen fahren weiter nach Wurzen.<\/p>\n<p><u>Wurzen<\/u><\/p>\n<p>In Wurzen lebt ein anderer Verurteilter. Kurt Spieler, ehemaliger Angeh\u00f6riger des 36. Regiments der 16. Panzergrenadierdivision, wurde vom Gericht in La Spezia wegen den Morden in der Apeninn-Gemeinde Marzabotto f\u00fcr schuldig erkl\u00e4rt. Dort t\u00f6teten deutsche Soldaten etwa 770 Menschen. Nur f\u00fcr Spieler und einen weiteren Soldaten war bisher eine Anklage auf der Grundlage einer direkten T\u00f6tung m\u00f6glich. Auf dem ansonsten leeren Marktplatz fanden sich mehr als 50 Menschen ein, um die Veranstaltung zu begleiten. Neben Redebeitr\u00e4gen gab es auch Tafeln mit den Namen der Opfer von Marzabotto. Auch die Theateraktion wurde in Wurzen wiederholt. Ein erster Versuch, das Verbrechen zu thematisieren, das bisher in der Region nicht pr\u00e4sent war.<\/p>\n<p>Vor allem junge Nazis f\u00fchlten sich in beiden St\u00e4dten provoziert. W\u00e4hrend in Freiberg ein Mitglied der NPD versuchte, seine Kameraden per Telefon zu verst\u00e4ndigen, verteilten die Wurzener Nazis Flugbl\u00e4tter. Unter der \u00dcberschrift &#8222;Ruhm und Ehre dem deutschen Soldaten&#8220; zeigten sie deutlich ihre Sympathie f\u00fcr SS und Massenm\u00f6rder. Die an Autos angebrachten Flyer wurden allerdings eingesammelt und entsorgt&#8230;<\/p>\n<p>Alles in allem ein erfolgreicher Tag, an dem Hunderte von Informationsmaterialien verteilt wurden. Darin fordern wir die sofortige Er\u00f6ffnung der Prozesse gegen alle an den Massakern beteiligten Kriegsverbrecher.<\/p>\n<p>(AK &#8222;Die M\u00f6rder sind unter uns!&#8220;)<\/p>\n<p><font size=\"1\">Verwendung: <a href=\"#\" target=\"_blank\">Bisher in keinem weiteren Medien<\/a><br \/>\n<span class=\"sonstwie\">Permalink zu diesem Artikel, Kommentare lesen oder schreiben:<a href=\"http:\/\/andreas-gruenwald.blog.de\/2007\/12\/01\/erste_berichte_vom_aktionstag_gegen_krie~3380574\"> hier<\/a><br \/>\nEintrag versenden:<a href=\"http:\/\/www.blog.de\/srv\/core\/sendfriend.php?action=emailtofriend&amp;postid=3380574&amp;mode=popup\"> hier<\/a><\/span><\/font><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>01. Dezember 2007 Zu dem heute stattgefundenen Aktionstag gegen Kriegsverbrecher &#8211; vergleiche Aktionstag gegen Kriegsverbrecher und in Deutschland lebende Kriegsverbrecher gibt es erste Berichte aus verschiedenen St\u00e4dten. 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