{"id":20187967,"date":"2014-09-07T15:17:37","date_gmt":"2014-09-07T15:17:37","guid":{"rendered":"http:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/2014\/09\/07\/2-folge-entstehen-kriege-20187967\/"},"modified":"2015-11-02T16:48:26","modified_gmt":"2015-11-02T15:48:26","slug":"2-folge-entstehen-kriege-20187967","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/2014\/09\/07\/2-folge-entstehen-kriege-20187967\/","title":{"rendered":"2. Folge: Warum entstehen Kriege?"},"content":{"rendered":"<p align=\"right\">07.09.2015<\/p>\n<table cellpadding=\"4\" cellspacing=\"2\" width=\"40%\" align=\"right\" style=\"border:1px solid\">\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"100%\" colspan=\"2\"><b>Artikelreihe &#8222;Kapitalismus und Krieg&#8220;<\/b><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"25%\">1. Folge:<\/td>\n<td valign=\"top\"><a href=\"http:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/2014\/09\/05\/1-folge-imperialismus-gibt-kriege-20187891\/\" target=\"_self\">Was ist Imperialismus?<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">2. Folge:<\/td>\n<td valign=\"top\"><a href=\"http:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/2014\/09\/07\/2-folge-entstehen-kriege-20187967\/\" target=\"_self\">Warum entstehen Kriege?<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">3. Folge:<\/td>\n<td valign=\"top\"><a href=\"http:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/2014\/09\/18\/3-folge-charakter-gegenwaertigen-russischen-politik-20187995\/\" target=\"_self\">Zur russischen Politik<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">4. Folge:<\/td>\n<td valign=\"top\">Der Hauptkriegstreiber Nr. 1: der US-Imperialismus<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" colspan=\"2\">\n<table width=\"100%\">\n<tr>\n<td valign=\"top\"><\/td>\n<td valign=\"top\">4.1.<\/td>\n<td valign=\"top\"><a href=\"http:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/2014\/09\/19\/folge-4-1-teil-hauptkriegstreiber-nr-1-us-imperialismus-20188031\/\" target=\"_self\">Historische Entwicklung<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"25%\"><\/td>\n<td valign=\"top\">4.2.<\/td>\n<td valign=\"top\"><a href=\"http:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/2014\/09\/19\/folge-4-2-teil-hauptkriegstreiber-nr-1-us-imperialismus-20188063\/\" target=\"_self\">US-Kriegsstrategie heute<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\"><\/td>\n<td valign=\"top\">4.3.<\/td>\n<td valign=\"top\"><a href=\"http:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/2014\/09\/19\/folge-4-3-teil-hauptkriegstreiber-nr-1-us-imperialismus-abschnitt-deutschen-politik-20188077\/\" target=\"_self\">Deutsche Interessen<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<p><strong>Wikipedia sagt \u0085 \u0084Krieg ist ein organisierter und unter Einsatz erheblicher Mittel mit Waffen und Gewalt ausgetragener Konflikt an dem oft mehrere planm\u00e4\u00dfig vorgehende Kollektive beteiligt sind. Ziel der beteiligten Kollektive ist es, ihre Interessen durchzusetzen.\u0093<\/strong><\/p>\n<p>Der bekannte Sozialdemokrat Egon Bahr sagte k\u00fcrzlich vor einer Gruppe von Sch\u00fclern, dass sie blo\u00df nicht glauben sollten, wenn Ihnen Politiker erz\u00e4hlen, dass es in der Au\u00dfenpolitik eines Landes jemals um Menschenrechte oder um sonst irgendwelche edlen Ziele gehen w\u00fcrde. Er sagte: es geht immer um die eigenen Interessen. Und dann schockte Bahr seine Zuh\u00f6rer, in dem er sagte, dass wir in Deutschland in einer Vorkriegszeit leben w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Gehen wir systematisch vor: Es geht um Interessen. Dann stellt sich doch die Frage um welche und wessen Interessen es geht?<\/p>\n<p>Wir leben in einer kapitalistischen Gesellschaft. F\u00fcr jede Gesellschaft gilt, dass die in einer Gesellschaft herrschenden Gedanken, die Gedanken derjenigen sind, die die \u00f6konomische Basis beherrschen. Wir m\u00fcssen uns also mit der \u00f6konomischen Basis dieser kapitalistischen Gesellschaft besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<h3>Was ist Kapitalismus?<\/h3>\n<p>Gemeinhin hei\u00dft es: Kapitalismus sei freie Konkurrenz auf dem Markt. Doch schauen wir genauer: In Deutschland gibt es 3 Millionen Unternehmer. Von diesen Unternehmen machen 0,3 Prozent 62 Prozent aller Ums\u00e4tze. Ein Schweizer Forscherteam hat 2007 Daten von \u00fcber 37 Millionen Unternehmen weltweit untersucht. Sie identifizierten darunter 43.000 internationale Unternehmen. Dann kristallisierten sie aus diesen 43000 international t\u00e4tigen Unternehmen 1318 Konzerne heraus, die also wiederum andere Unternehmen beherrschen.<\/p>\n<p><!--more-->Diese 1318 Konzerne machen  20 % der globalen Ums\u00e4tze aus. Sie kontrollieren \u00fcber ihre Verflechtungen mit anderen Unternehmen 80 % dieser Ums\u00e4tze.<\/p>\n<p>Innerhalb dieser 1318 Konzerne entdeckten die Forscher 147 Unternehmen, die besonders m\u00e4chtig sind. Diese 147 Unternehmen, die nur 0,3 % der 43.000 internationalen Konzerne ausmachen, kontrollieren mehr als 40 Prozent dieser Unternehmen.<\/p>\n<p>Diese Analyse zeige \u0096 so schrieb es die Frankfurter Rundschau im Oktober 2011 \u0096 die gro\u00dfe Macht der Finanzinstitute in diesem exklusiven Club.<\/p>\n<p>Wir leben also nicht in einem Kapitalismus der freien Konkurrenz, sondern in einem Monopolkapitalismus. Mit einer besonderen Macht des Finanzkapitals.<\/p>\n<p>So k\u00f6nnen wir die Ausgangsfrage jetzt also konkretisieren:<br \/>\nWarum haben Monopol- und Finanzkapitalisten ggf. ein Interesse an kriegerischen Auseinandersetzungen?<\/p>\n<p>Eine Antwort liegt direkt auf der Hand:<\/p>\n<p>Unter diesen monopolisierten Konzernen gibt es viele, die an der Produktion von R\u00fcstungsg\u00fctern profitieren. R\u00fcstungsg\u00fcter werden ja meist nicht, wie andere G\u00fcter, ausgeschrieben oder einfach auf einem Markt verkauft, sondern sie haben feste Abnehmer, meist sind das Staaten, denen die Monopolanbieter in der Regel feste Preise diktieren.<\/p>\n<p>In Hamburg geh\u00f6rt beispielsweise Airbus dazu. Airbus geh\u00f6rt zu EADS. Ein gro\u00dfer deutsch-franz\u00f6sischer R\u00fcstungskonzern. Staatlich mit vielen Hundert Millionen Euro so genannter Forschungsgelder jedes Jahr subventioniert; eng verflochten mit f\u00fchrenden Banken, muss das Interesse am regelm\u00e4\u00dfigen Absatz der R\u00fcstungsg\u00fcter hier gar nicht genauer beschrieben werden.<\/p>\n<p>Aber das ist nicht das Entscheidende. Denn schon der griechische Philosoph Aristoteles wusste, dass die Quelle des Reichtums nicht im Geld, auch nicht im Krieg, sondern in der Arbeit liegt.<\/p>\n<p>Die Mehrzahl der Menschen, die arbeiten, sind Lohnabh\u00e4ngige. Sie glauben, dass wenn sie am Tag beispielsweise acht Stunden arbeiten auch einen Lohn f\u00fcr acht Stunden erhalten. Das aber ist eine Illusion, denn woher k\u00e4me dann der Profit, wenn dieser Mehrwert, also der \u00dcberschuss des Werts eines Produkts, welches im Produktionsprozess geschaffen wird, also jener Wertbestandteil der \u00fcber die Wertsumme der in die Produktion eingegangenen Elemente, inklusive der Reproduktion des Werts der eigenen Arbeitskraft, hinausgeht, nicht durch Arbeit entstehen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>In der Jagd nach m\u00f6glichst hohen Profiten, also nach einer m\u00f6glichst effektiven Form der Ausbeutung der Arbeitskr\u00e4fte, findet, und das haben die wenigen Zahlen belegt, seit 150 Jahren ein \u00f6konomischer Konzentrationsprozess, ein Monopolisierungsprozess statt. F\u00fcr diesen Monopolisierungsprozess ist die Existenz des Finanzkapitals von entscheidender Bedeutung, weil sie dem einzelnen Monopol das Kapital vorschie\u00dfen, um seine Produktion immer weiter auszudehnen, vor allem weil sie die einzelnen Bereiche verflechten. Die Arbeitsproduktivit\u00e4t steigt enorm, aber gleichzeitig werden auch die Verwertungsprobleme f\u00fcr das Kapital damit immer gr\u00f6\u00dfer.<\/p>\n<p>Denn dieser Konzentrations- und Monopolisierungsprozess f\u00fchrt dazu, dass sich die organische Zusammensetzung des Kapitals ver\u00e4ndert. Der Anteil des so genannten variablen Kapitals, der f\u00fcr den Kauf von Arbeitskr\u00e4ften investiert wird, sinkt im Verh\u00e4ltnis zu jenem Teil des Kapitals, das als konstantes Kapital f\u00fcr die Produktionsmittel aufgewandt wird.<\/p>\n<p>Dies aber f\u00fchrt dazu, dass obwohl die Profitmasse steigt, die Profitrate \u0096 umgangssprachlich und ungenau: die Rentabilit\u00e4tsrate \u0096 sinkt. Im Produktionsprozess erh\u00e4lt der Arbeiter, indem er produziert, den Wert des eingesetzten konstanten Kapitals, er reproduziert den Wert seiner Arbeitskraft und er produziert zudem einen \u00dcberschuss als Mehrwert. Rechnerisch in jener ber\u00fchmten Formel von Karl Marx wie folgt beschrieben:<\/p>\n<blockquote><p>C1 + V + M = C2<\/p>\n<p>wobei &#8230;<br \/>\nC1 = vorgeschossenes (&#8222;Constantes&#8220;) Kapital (Maschinen, Bauten, Material)<br \/>\nV = Lohn (&#8222;Variables Kapital&#8220;, Wert der Arbeitskraft)<br \/>\nM = Mehrwert (im Ergebnis der unbezahlten Mehrarbeit)<br \/>\nC2 = Verwertetes, erweitertes Kapital<\/p><\/blockquote>\n<p>Noch besser ist es vielleicht sich diesen Sachverhalt mit folgender Kette zu verdeutlichen:<\/p>\n<blockquote><p>G &#8211; W (Pm + Ak) &#8230; P &#8230; W&#8216; &#8211; G&#8216;<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Verwertung des Kapitals von G (f\u00fcr Geld) &#8211; zu G&#8216; ist m\u00f6glich, weil die Arbeitskr\u00e4fte einen h\u00f6heren Wert produzieren als zu ihrem Unterhalt n\u00f6tig ist. Zum Beispiel: Bei einem Arbeitstag von 8 Stunden hat der Arbeiter seinen Unterhalt in 4 Stunden erwirtschaft. Die \u00fcbrigen 4 Stunden sind Mehrarbeitszeit. Jeder Kapitalist ist bestrebt die Mehrarbeitszeit zu steigern, weil davon die H\u00f6he des Mehrwerts abh\u00e4ngt. Der Mehrwert kann durch l\u00e4ngere Arbeitszeiten, durch Intensivierung der Arbeit und durch Senkung der f\u00fcr den Unterhalt notwendigen Arbeitszeit erh\u00f6ht werden. Je h\u00f6her der Mehrwert, desto h\u00f6her ist der Profit und umso mehr kann dann in neue Arbeitskr\u00e4fte und Produktionsmittel investiert werden. Zu dieser st\u00e4ndigen Erweiterung sind die Kapitalisten durch die Konkurrenz gezwungen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Profitrate P gilt indes folgender Zusammenhang zum Mehrwert M:<\/p>\n<blockquote><p>P = M\/(C1+V) = (M\/V) \/ ((C1\/V)+1)<\/p><\/blockquote>\n<p>Da die Wertzusammensetzung (C1\/V) des Kapitals (C bzw. G = C1+V) rascher w\u00e4chst als die Mehrwertrate (M\/V), sinkt im historischen Prozess die Profitrate. Was hei\u00dft, dass sich jede einzelne Euro, jeder einzelne Dollar (C1+V), immer schlechter verwerten l\u00e4sst &#8230;<\/p>\n<p>Das dr\u00fcckt sich auch in den zyklisch auftretenden Wirtschaftskrisen aus, die im Moment, m\u00f6chte man meinen, zu einer Dauerkrise \u00fcbergegangen sind (Spanien, Portugal, Italien etc.) &#8211; und das ist wohl auch ein wichtiger Grund, warum spekulative Finanzinvestitionen so ungeheuer stark gegenw\u00e4rtig zunehmen.<\/p>\n<h3>Was ist eine Wirtschaftskrise?<\/h3>\n<p>Es ist dies der Zustand, dass in einer bestimmten Situation mehr Waren produziert worden sind, als verkauft werden k\u00f6nnen. Wenn beispielsweise genug Nahrungsmittel da sind, aber kein Geld unter den Hungernden vorhanden ist, um diese zu kaufen, dann ist genau dies eine gute Kennzeichnung f\u00fcr eine kapitalistische Krise.<\/p>\n<p>Einerseits streben die gro\u00dfen Monopole danach, m\u00f6glichst viele Waren zu produzieren und zu verkaufen, um einen m\u00f6glichst hohen Profit zu erzielen. Andererseits streben sie aus gleichen Gr\u00fcnden danach, den Preis der Arbeitskr\u00e4fte, also ihren Lohn, zu dr\u00fccken. Wer soll die produzierten G\u00fcter dann aber kaufen?<\/p>\n<p>Damit einher folgt eine sinkende Nachfrage nach Produktionsmitteln und Arbeitskr\u00e4ften. Der Ausweg besteht in der Vernichtung von Kapital. Entweder durch die physische Zerst\u00f6rung von Produktionsmitteln und Warenvorr\u00e4ten oder durch die Stilllegung von Fabriken und die Entsorgung unverk\u00e4uflicher G\u00fcter.<\/p>\n<p>Je gr\u00f6\u00dfer die Kapitalkonzentration, je gr\u00f6\u00dfer die Monopolisierung in einer Gesellschaft, je mehr die Macht des Finanzkapitals w\u00e4chst, und sie war niemals st\u00e4rker, um so gewaltt\u00e4tiger ist die Jagd nach Profiten, aber umso schwieriger ist es f\u00fcr das Kapital auch hohe Profitraten zu realisieren.<\/p>\n<p>Der russische Revolution\u00e4r Lenin spricht in diesem Zusammenhang von einem Imperialistischen Stadium des Kapitalismus und fasst dessen Besonderheiten wie folgt zusammen:<\/p>\n<p>Konzentration der Produktion und des Kapitals, die eine so hohe Entwicklungsstufe erreicht hat, dass sie Monopole schafft, die im Wirtschaftsleben die entscheidende Rolle spielen; Verschmelzung des Bankkapitals mit dem Industriekapital und Entstehung einer Finanzoligarchie auf der Basis dieses &#8222;Finanzkapitals&#8220;; der Kapitalexport, zum Unterschied vom Warenexport, gewinnt besonders wichtige Bedeutung; es bilden sich internationale monopolistische Kapitalisten-Verb\u00e4nde, die die Welt unter sich teilen, die territoriale Aufteilung der Erde unter die kapitalistischen Gro\u00dfm\u00e4chte ist beendet, aber das Ringen diese wieder zu korrigieren, wird umso heftiger.<\/p>\n<p>Dort, wo fr\u00fcher Waren exportiert worden, wird nun Kapital exportiert. In der Hoffnung, dass sich dieses dann mit h\u00f6heren Profitraten verwerten lasse.<\/p>\n<p>Folgenden Formen f\u00fcr einen solchen Kapitalexport lassen sich heute grob unterscheiden: Kredite, so genannte Direktinvestitionen ADI und Portfolio-Anlagen.<\/p>\n<p>In einer Untersuchung bilanziert Attac beispielsweise f\u00fcr das Jahr 2005 Kapitalexporte aus den gr\u00f6\u00dferen kapitalistischen L\u00e4nder in die so genannte 3. Welt in H\u00f6he von 500 Milliarden US Dollar &#8211; allein im Bereich der ADI. Dazu kamen Kredite, die bei rund dem Doppelten dieses Werts lagen und weitere 300 Milliarden Portfolio Investitionen.<\/p>\n<p>Allein in die Dritte Welt. Und nur im Jahr 2005!<\/p>\n<p>Die auff\u00e4lligste Folge dieses Kapitalexports ist die seit 1982 immer st\u00e4rkere Verschuldungskrise, denn die Kapitalgeber erwarten eine satte Rendite, so dass sich der tats\u00e4chliche Kapitalr\u00fcckfluss aus diesen L\u00e4ndern langfristig betrachtet bei einem Mehrfachen der Investitionssumme bewegt. Ein gigantischer Profit! Attac bilanziert zudem, dass es einen klaren Trend in Richtung reiner Finanzinvestitionen g\u00e4be, so dass also Direktinvestitionen eher an Bedeutung verlieren.<\/p>\n<p>Sind diese L\u00e4nder aber erst mal verschuldet, kommt der Internationale W\u00e4hrungsfond IWF und diktiert genau, wie solche Schulden zur\u00fcck zu bezahlen sind, was demzufolge die Arbeit in solchem L\u00e4ndern noch kosten d\u00fcrfe, und wie &#8211; ggf. vorhandene &#8211; soziale Sicherungssysteme zu beseitigen sind.<\/p>\n<h3>Was ist die Folge?<\/h3>\n<p>Das private globale Geldverm\u00f6gen hat sich seit 1990 von 71 Billionen US Dollar auf 152 Billionen US Dollar erh\u00f6ht, w\u00e4hrend gleichzeitig heute in der Welt 1,9 Milliarden Menschen von t\u00e4glich einem Satz von unter 1,25 Dollar pro Tag und weitere 3,2 Milliarden Menschen von weniger als 2,50 Dollar am Tag leben m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Das ist Imperialismus, Kapitalismus in seiner monopolkapitalistischen Phase.<\/p>\n<p>\u0084Die Kapitalisten teilen die Welt nicht etwa aus besonderer Bosheit unter sich auf, sondern weil die erreichte Stufe der Konzentration sie zwingt, diesen Weg zu beschreiten, um Profite zu erzielen; dabei wird die Teilung &#8222;nach dem Kapital&#8220;, &#8222;nach der Macht&#8220; vorgenommen &#8211; eine andere Methode der Teilung kann es im System der Warenproduktion und des Kapitalismus nicht geben. Die Macht aber wechselt mit der \u00f6konomischen und politischen Entwicklung\u0093 (Lenin)<\/p>\n<p>Und damit sind wir bei den Gr\u00fcnden f\u00fcr die imperialistische Konkurrenz, die immer wieder auch zu Kriegen f\u00fchren und weltweit die Kriegsgefahr versch\u00e4rfen.<\/p>\n<p>\u0084Denn unter dem Kapitalismus ist f\u00fcr die Aufteilung der Interessen- und Einflusssph\u00e4ren, &#8230; eine andere Grundlage als die St\u00e4rke der daran Beteiligten, ihre allgemeinwirtschaftliche, finanzielle, milit\u00e4rische und sonstige St\u00e4rke, nicht denkbar. Die St\u00e4rke der Beteiligten aber \u00e4ndert sich ungleichm\u00e4\u00dfig, denn eine gleichm\u00e4\u00dfige Entwicklung der einzelnen Unternehmungen, \u0085 Industriezweige und L\u00e4nder kann es unter dem Kapitalismus nicht geben.\u0093 (Lenin)<\/p>\n<p>Das zeigt auch die folgende Tabelle:<\/p>\n<table cellpadding=\"2\" cellspacing=\"2\">\n<tr>\n<td colspan=\"3\"><strong>Herkunftsl\u00e4nder der 500 gr\u00f6\u00dften Konzerne der Welt<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><b>Land<\/b><\/td>\n<td>\n<div align=\"right\"><b>1980<\/b><\/div>\n<\/td>\n<td>\n<div align=\"right\"><b>2012<\/b><\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>USA<\/td>\n<td>\n<div align=\"right\">217<\/div>\n<\/td>\n<td>\n<div align=\"right\">132<\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Japan<\/td>\n<td>\n<div align=\"right\">66<\/div>\n<\/td>\n<td>\n<div align=\"right\">68<\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Frankreich<\/td>\n<td>\n<div align=\"right\">29<\/div>\n<\/td>\n<td>\n<div align=\"right\">32<\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Deutschland<\/td>\n<td>\n<div align=\"right\">38<\/div>\n<\/td>\n<td>\n<div align=\"right\">32<\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Gro\u00dfbritannien<\/td>\n<td>\n<div align=\"right\">52<\/div>\n<\/td>\n<td>\n<div align=\"right\">26<\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>China<\/td>\n<td>\n<div align=\"right\">&#8212;<\/div>\n<\/td>\n<td>\n<div align=\"right\">73<\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Zusammen<\/td>\n<td>\n<div align=\"right\">402<\/div>\n<\/td>\n<td>\n<div align=\"right\">363<\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Rest (\u00fcber 190 L\u00e4nder)<\/td>\n<td>\n<div align=\"right\">98<\/div>\n<\/td>\n<td>\n<div align=\"right\">137<\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<p>Man sieht wie sich die Gewichte verschieben: Die USA verlieren an Einfluss. Auch Gro\u00dfbritannien. W\u00e4hrend vor allem China und L\u00e4nder aus dem Rest der Welt, darunter beispielsweise Brasilien und Indien, zulegen.<\/p>\n<h3>Aktuelles Beispiel \u0096 der Ukraine Konflikt:<\/h3>\n<p>Die EU macht ein Assoziierungsabkommen mit der Ukraine. Die EU zwingt der Ukraine sich zwischen dem Westen und Russland zu entscheiden.<\/p>\n<p>Die USA haben dezidiert noch ganz anderes Interesse, die eigentlich eher direkt in Russland liegen (dazu siehe unten.)<\/p>\n<p>Sowohl die EU als auch die CIA steuern seit Jahren riesige Betr\u00e4ge in die Ukraine f\u00fcr so genannte Bildungseinrichtungen. Es beginnt ein Prozess der ideologischen Infiltration.<\/p>\n<p>Die Unruhen auf dem Maidan beginnen als ein B\u00fcrgerprotest, bekommen aber schnell eine qualitative Wende.  Es kommt eine Putsch-Regierung an die Macht, in der sich auch offen faschistische Organisationen befinden. Unterst\u00fctzung daf\u00fcr gibt es aus dem Westen, w\u00e4hrend im Land selbst ein blutiger B\u00fcrgerkrieg beginnt.<\/p>\n<p>Und jetzt tritt der IWF auf den Plan und verordnet der neuen Ukraine ganz exakt, wie der \u00f6konomische Anpassungsprozess an den Westen zu erfolgen habe. So soll das Tor f\u00fcr einen ungebremsten Kapitalexport weit ge\u00f6ffnet werden. Nicht um dem Land zu helfen, sondern um es auszubeuten.<\/p>\n<p>\u0084Deutschen Wirtschaftsnachrichten\u0093 vom 3. September 2014:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u0084Die Ukraine d\u00fcrfte nach Einsch\u00e4tzung des IWF bei einer Fortsetzung der K\u00e4mpfe bis ins n\u00e4chste Jahr deutlich mehr Kredite ben\u00f6tigen als die bislang zugesagten 17 Milliarden Dollar. In einem solchen Fall k\u00f6nnten bis zu 19 Milliarden Dollar an zus\u00e4tzlichen Krediten n\u00f6tig werden, erkl\u00e4rte der Internationale W\u00e4hrungsfonds (IWF) am Dienstag. Sollten dagegen die K\u00e4mpfe zwischen Regierungssoldaten und prorussischen Separatisten in den kommenden Monaten abflauen, werde das bisherige Hilfsvolumen weitgehend ausreichen.<br \/>\nAngesichts der K\u00e4mpfe und des Gas-Streits mit Russland sei die Ukraine zwar nicht in der Lage, alle seine Verpflichtungen unter dem laufenden Hilfsprogramm zu erf\u00fcllen. Allerdings liege das Land bei den meisten Auflagen auf Kurs. Dies erlaube die Auszahlung von 1,7 Milliarden Dollar. Die n\u00e4chste Zahlung von 2,7 Milliarden Dollar sei Mitte Dezember f\u00e4llig, wenn die Regierung in Kiew sich an die Auflagen halte.<br \/>\nTats\u00e4chlich ist die Ukraine pleite. Davon unbeeindruckt, treibt die Regierung Pl\u00e4ne zu Aufr\u00fcstung voran. Nach dem Versprechen von Angela Merkel, der ukrainischen Regierung 500 Millionen Euro als Kreditgarantien aus deutschen Steuergeldern zur Verf\u00fcgung zu stellen, sagte Pr\u00e4sident Petro Poroschenko am Sonntag bei der Unabh\u00e4ngigkeitsfeier, dass die Ukraine in den kommenden drei Jahren 3 Milliarden Dollar zus\u00e4tzlich aufbringe solle, um die Armee weiter aufzur\u00fcsten. Dies sei notwendig, um die prorussischen Kr\u00e4fte im Osten zu \u00fcberrennen, sagte Poroschenko. Die Ukraine werde noch lange von den Russen bedroht werden, weshalb sich das Land gegen die Bedrohung sch\u00fctzen m\u00fcsse.<br \/>\nDas zus\u00e4tzliche Geld w\u00fcrde den Verteidigungshaushalt um 50 Prozent steigern. In diesem Jahr will die Ukraine regul\u00e4r 1,5 Milliarden Dollar f\u00fcr Kriegsger\u00e4t ausgeben.<br \/>\nDer Milit\u00e4rhaushalt des Landes ist in den vergangenen Jahren massiv gestiegen.<br \/>\nAn und f\u00fcr sich ist die Ukraine rechnerisch l\u00e4ngst pleite. Wegen der ungebremsten Korruption ist an eine ordnungsgem\u00e4\u00dfe Wirtschaftsf\u00f6rderung oder gar Kontrolle nicht zu denken.\u0093<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Frage: Wer hat nun ein Interesse daran, dass sich der Krieg in der Ukraine noch m\u00f6glichst lange fortsetzen m\u00f6ge?<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Zu den US-amerikanischen Interessen berichten die \u0084Deutschen Wirtschaftsnachrichten\u0093 am  29. Juli 2014 wie folgt:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u0084Die Ukraine hat ihren Milit\u00e4r-Haushalt f\u00fcr das Jahr 2014 drastisch erh\u00f6ht. Die Amerikaner hoffen nun auf lukrative neue R\u00fcstungsgesch\u00e4fte. Mehrere US-Senatoren fordern eine massive Aufr\u00fcstung der Ukraine. Auch andere Staaten in Osteuropa sollen mit Waffen gegen Russland aufger\u00fcstet werden. Der US-Geheimdienst Stratfor setzt auf eine Palast-Revolution gegen Pr\u00e4sident Putin.\u0093<br \/>\nUnd weiter: \u0084Die US-Politiker wollen die neuen Milit\u00e4r-Anstrengungen in Kiew nutzen, um die amerikanische R\u00fcstungsindustrie mit neuen Auftr\u00e4gen zu versorgen. Die Obama-Regierung m\u00fcsse Kiew dar\u00fcber hinaus mit Geheimdienst-Informationen \u00fcber Russland beliefern, fordern die Politiker. Dabei geht es vor allem um milit\u00e4rische Informationen \u00fcber die Truppen Moskaus an der Grenze zur Ostukraine.<br \/>\nDie Senatoren verlangen auch eine milit\u00e4rische Aufr\u00fcstung von Moldawien, Georgien, Aserbaidschan, Kosovo, Serbien, Bosnien, Makedonien und Montenegro. Die Balkan-Staaten sind von gro\u00dfer sicherheits- und energiepolitischer Bedeutung f\u00fcr Moskau, meldet das Aspen Insitute.<br \/>\nDie gr\u00f6\u00dfte Sorge der US-Au\u00dfenpolitik ist die M\u00f6glichkeit, dass sich zu viele europ\u00e4ische Staaten aus der Zusammenarbeit mit der Nato ausscheren k\u00f6nnten. Generalstabschef Martin Dempsey hatte diese Sorge eben erst in Aspen ge\u00e4u\u00dfert und gesagt, die russische Aggression gegen die Ukraine habe eine Welle des neuen Nationalismus in Europa ausgel\u00f6st\u0093<br \/>\nUnd weiter: \u0084Die Konservativen fordern von US-Pr\u00e4sident Obama schon seit Jahren offensive Schritte gegen den russischen Pr\u00e4sidenten Wladimir Putin (mehr hier). Sie sehen offenbar ein Ende der \u00c4ra Putin gekommen. So analysierte der Chef des privaten Geheimdienstes Stratfor erst vor wenigen Tagen die Situation Putins und kam zu dem Ergebnis, dass Putin seinen Zenit \u00fcberschritten haben k\u00f6nnte.\u0093<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>***<\/p>\n<p>Dieser Beitrag wurde auch bei Facebook als Notiz hinterlegt. Dort ergaben sich einige Diskussionsbeitr\u00e4ge.<br \/>\nFacebook-Ver\u00f6ffentlichung:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/notes\/andreas-gr%C3%BCnwald\/2-folge-warum-entstehen-kriege\/839630036056224\" target=\"_blank\">Facebook: Warum entstehen Kriege?<\/a><\/p>\n<p>Siehe auch erste Folge:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/2014\/09\/05\/1-folge-imperialismus-gibt-kriege-20187891\/\" target=\"_self\">Was ist Imperialismus?<\/a><\/p>\n<p>Die dritte Folge dieser Reihe finden Sie hier:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/2014\/09\/18\/3-folge-charakter-gegenwaertigen-russischen-politik-20187995\/\" target=\"_self\">Zur Russischen Politik<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>07.09.2015 Artikelreihe &#8222;Kapitalismus und Krieg&#8220; 1. Folge: Was ist Imperialismus? 2. Folge: Warum entstehen Kriege? 3. Folge: Zur russischen Politik 4. 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