{"id":1560018,"date":"2007-01-16T00:10:51","date_gmt":"2007-01-16T00:10:51","guid":{"rendered":"http:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/2007\/01\/16\/title1560018\/"},"modified":"2015-11-01T17:46:18","modified_gmt":"2015-11-01T16:46:18","slug":"title1560018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/2007\/01\/16\/title1560018\/","title":{"rendered":"60 Jahre Junge Welt \/\/ Teil 2"},"content":{"rendered":"<div align=\"right\"><font size=\"1\">16. Januar 2007<\/font><\/div>\n<p>Den ersten Teil dieser umfangreichen Artikelsammlung aus einer Eigenbeilage der Jungen Welt zu ihrem 60. Geburtstag lesen Sie <a href=\"http:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/2007\/01\/16\/60_jahre_junge_welt1559931\/\" target=\"_self\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>*******<\/p>\n<p><strong>Kein Pardon<br \/>\nWir sind Tag f\u00fcr Tag eine Zeitung gegen den Krieg<\/strong><\/p>\n<p><em>von R\u00fcdiger G\u00f6bel<\/em><\/p>\n<p>Der Autor (Jahrgang 1968) kam im Herbst 1997 zur Tageszeitung junge Welt. Ab 1998 arbeitete er im Ressort Au\u00dfenpolitik, seit dem Jahr 2000 ist er stellvertretender Chefredakteur.<\/p>\n<p>Mit G\u00e4nsehaut sa\u00df ich vor dem Fernseher, sah die Bilder tanzender Menschen auf der Berliner Mauer und war mir sicher: Das ist kein Freudentag, der 9. November 1989 bedeutet Krieg. Die DDR wird untergehen, die BRD wahnsinnig und Gro\u00dfdeutschland gr\u00f6\u00dfenwahnsinnig. <!--more-->Seitdem gab es keinen imperalistischen Krieg, an dem sich das pl\u00f6tzlich gr\u00f6\u00dfer gewordene Land nicht beteiligt h\u00e4tte. Der Grundkonsens \u00bbNie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!\u00ab sollte der Vergangenheit angeh\u00f6ren. Per Salamitaktik wird den Deutschen seit diesem Tag im November der Pazifismus ausgetrieben.<\/p>\n<p>Der Begr\u00fc\u00dfungskrieg f\u00fcr das neue Deutschland sollte nicht lange auf sich warten lassen. Am Vorabend der US-Angriffe auf den Irak titelte die Junge Welt \u00bbAuch in der W\u00fcste kann man ins Gras bei\u00dfen\u00ab (16.1.1991) und forderte \u00bbKein Krieg am Golf!\u00ab Am 17. Januar um 1.00 Uhr MEZ, 19 Stunden nach Ablauf des Ultimatums an Bagdad, begann die \u00bbOperation W\u00fcstensturm\u00ab Washingtons und seiner Verb\u00fcndeten. In den folgenden Wochen wurde die Infrastruktur des \u00f6lreichen Zweistromlandes zerbombt, wurden Saddam Husseins Truppen beim R\u00fcckzug aus Kuwait auf dem \u00bbHighway to hell\u00ab vernichtend geschlagen. Noch standen deutsche Soldaten nicht vorne an der Front. Mit dem Scheckbuch kaufte Kanzler Helmut Kohl das Land vom Schie\u00dfen f\u00fcr George Bush sen. frei. Zweifellos aber gilt: Ohne den Fall der Mauer und den Kollaps der Sowjetunion w\u00e4re der \u00dcberfall auf den Irak nicht m\u00f6glich gewesen. Mit dem Ende der Bipolarit\u00e4t konnte die verbliebene Supermacht die \u00bbneue Weltordnung\u00ab einl\u00e4uten. Es sollte eine Weltkriegsordnung sein.<\/p>\n<p>Im medialen Windschatten des Irak-Krieges machte sich die Bundesregierung an die Zerschlagung Jugoslawiens. Mit der vom damaligen Au\u00dfenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) gegen das \u00fcbrige Europa forcierten fr\u00fchzeitigen Anerkennung der Sezessionsrepubliken Slowenien und Kroatien als unabh\u00e4ngige Staaten im Dezember 1991 begann das eigentliche Schlachten auf dem Balkan. Mit dem Eingriff der NATO in den m\u00f6rderischen B\u00fcrgerkrieg in Bosnien-Herzegowina ab 1994 avancierte die junge Welt wieder zur wahren Antikriegszeitung, auf die schlie\u00dflich auch der eine oder andere Friedensaktivist im Westen aufmerksam wurde. Sie war das einzige Blatt, das sich die t\u00e4gliche antiserbische Dosis f\u00fcr seine Leser verbat, die Kriegspropaganda als solche entlarvte. Eine Herausforderung f\u00fcr so manchen Leser, eine Conditio sine qua non, sprich unerl\u00e4\u00dflich f\u00fcr das eigenst\u00e4ndige Profil. Mit ihren Berichten und Analyen wider den Common sense wurde die Zeitung f\u00fcr mich unverzichtbar zur eigenst\u00e4ndigen Bewertung des Konflikts, lange bevor ich selbst ab 1997 bei ihr mitarbeitete.<\/p>\n<p>Als der Bundestag am 30. Juni 1995 den Kriegseintritt beschlo\u00df, dokumentierte junge Welt die Namen der angriffswilligen Abgeordneten aus CDU\/CSU, SPD, FDP und B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen auf Seite 1. Vergessen war das Diktum Kohls, dort, wo einst die Wehrmacht gew\u00fctet hatte, h\u00e4tten Soldaten der Bundeswehr nichts verloren. Bei den NATO-Angriffen auf bosnisch-serbische Stellungen waren sie mit dabei.<\/p>\n<p>Zur Rechtfertigung der deutschen Serbenhatz mu\u00dften die in Auschwitz Ermordeten herhalten. H\u00f6hepunkt der Desinformation und Kriegspropaganda war die Beteiligung am sogenannten Kosovo-Krieg, wie die NATO-Aggression gegen Jugoslawien 1999 vom Gros der Medien f\u00e4lschlicherweise bezeichnet wurde. Nach Beginn der Angriffe auf Belgrad und andere serbische St\u00e4dte am 24. M\u00e4rz 1999 titelte junge Welt \u00bbDer Krieg hat begonnen, Deutschland macht mit\u00ab, dazu ein hier erstmals ver\u00f6ffentlichtes Gedicht von Franz Josef Degenhardt: \u00bbEigentlich unglaublich, da\u00df ihnen das immer wieder gelingt &#8230;\u00ab. Ich selbst ging kurz darauf als jW-Korrespondent in die bombardierte jugoslawische Hauptstadt und berichtete von dort aus zum einen \u00fcber den stolzen Versuch der Serben, dem weltm\u00e4chtigsten Milit\u00e4rb\u00fcndnis standzuhalten. Vor allem aber wurden die Leser konfrontiert mit den vielen zivilen Opfern angeblicher Pr\u00e4zisionsbomben, f\u00fcr die NATO-Sprecher Jamie Shea seinerzeit den Begriff \u00bbKollateralschaden\u00ab gepr\u00e4gt hatte. Nach Kriegsende erlebte ich in Pristina, wie Serben, Roma, Gorani und Juden unter den Augen der einmarschierten NATO-Soldaten von fanatischen Albanern der \u00bbBefreiungsarmee\u00ab UCK aus dem Kosovo vertrieben wurden \u0096 auf Dauer. Die Folgen der von SPD und Gr\u00fcnen damals als \u00bbhumanit\u00e4rer Einsatz\u00ab verkauften Kriegsintervention wirken bis heute fort.<\/p>\n<p>Besonders \u00bbauff\u00e4llig\u00ab wurde junge Welt schlie\u00dflich im Zusammenhang mit dem Irak-Krieg. In dessen Vorfeld plakatierte die Zeitung beim ersten Besuch von George W. Bush in Berlin im Fr\u00fchjahr 2002 die Hauptstadt mit den Konterfeis des US-Pr\u00e4sidenten und des vermeintlichen Friedenskanzlers Gerhard Schr\u00f6der unter dem Titelslogan \u00bbKrieger brauchen Kontra\u00ab zu. Als der Oberkommandierende im vergangenen Jahr auf Einladung der Irak-Kriegswilligen Angela Merkel zur teuersten Grillparty der Saison nach Mecklenburg-Vorpommern kam, unterst\u00fctzte junge Welt die Proteste mit dem plakativen Titel \u00bbMake love not war\u00ab. Die Berichterstattung \u00fcber den stetig wachsenden Widerstand im besetzten Zweistromland brachte der Zeitung ab 2004 diesbez\u00fcgliche Eintr\u00e4ge im Verfassungsschutzbericht des Bundes.<\/p>\n<p>PS: H\u00e4tten sich die sp\u00e4teren Macher der Jungle World 1997 in dieser Zeitung durchgesetzt, die junge Welt w\u00e4re heute nicht mehr auf dem Markt, oder schlimmer, t\u00e4gliches Kriegsblatt, stramm antiislamisch an der Seite der neokonservativen Kriegerkaste f\u00fcr den Irak-Feldzug und die israelische Besatzungspolitik trommelnd. Ich selbst m\u00fc\u00dfte mich vermutlich in irgendeiner Nische der politikfernen Computerbranche verdingen.<\/p>\n<p>*******<\/p>\n<p><strong>Parteinahme gegen Krieg nach au\u00dfen und innen\u00ab<\/p>\n<p>Eine Laudatio auf die junge Welt und andere Streiflichter aus dem Innenleben und von den Au\u00dfenwirkungen einer Zeitung: Brisantes und Banales, Markantes und Merkw\u00fcrdiges<\/strong><\/p>\n<p><strong>Der erste Auslandsredakteur<\/strong><\/p>\n<p>Als Gerhard Zadek, damals 28j\u00e4hrig, gelernter Schlosser und Ingenieur, aus dem britischen Exil kommend, sich im Juni 1947 in Ostberlin bei der FDJ zwecks weiterer Verwendung meldet, landet er im B\u00fcro von Hermann Axen. Der stellvertretende FDJ-Vorsitzende, wie Zadek als Jude von den Nazis drangsaliert, ist nun im Jugendverband f\u00fcr Organisations- und Kaderfragen zust\u00e4ndig. Er er\u00f6ffnet dem auf auf einen Wiederaufbau des zerst\u00f6rten Landes erpichten Jugendfreund, der 1940 Mitglied der im Vorjahr in Gro\u00dfbritannien gegr\u00fcndeten Freien Deutschen Jugend geworden war: \u00bbWir brauchen keine Ingenieure mit Schrauben und Muttern im Kopf, davon haben wir genug. Was wir brauchen, sind Leute mit klaren K\u00f6pfen, die einige der Muttern anziehen, die drau\u00dfen im Land locker sind.\u00ab Und spricht von der neuen FDJ-Zeitung Junge Welt. So wird der Heimkehrer \u00fcber Nacht \u0096 trotz der \u00bbd\u00fcrren Drei in Rechtschreibung als Abg\u00e4nger einer Achtklassenschule\u00ab (Zadek) \u0096 zum Journalisten und zum Leiter der au\u00dfenpolitischen Redaktion der JW ernannt.<\/p>\n<p><strong>Honecker am Telefon<\/strong><\/p>\n<p>Ein Tag im Februar 1950. Die Junge Welt, seit dem 1. Januar zweimal w\u00f6chentlich erscheinend, hat l\u00e4ngst Redaktionsschlu\u00df; die Ausgabe f\u00fcr den 17. Februar ist bereits in Sack und T\u00fcten. Da klingelt bei Chefredakteur Heinz Stern das Telefon. Am Apparat: Erich Honecker, der Vorsitzende der FDJ, der quasi als Herausgeber des \u00bbZentralorgans der FDJ\u00ab gelegentlich auf diese Weise in \u00bbseine\u00ab Zeitung hineinregiert. \u00bbIch schick&#8216; euch jetzt ein Material, das kommt auf Seite eins.\u00ab Heinz Stern: \u00bbEs waren Text und Noten f\u00fcr das Lied zum Deutschlandtreffen \u009bAuf den Stra\u00dfen, auf den Bahnen sieht man Deutschlands Jugend zieh&#8217;n&#8230;\u008b Dazu die Noten und ein riesiges Foto von Johannes R. Becher und Hanns Eisler.\u00ab Sterns Einwand, da\u00df das auf der Seite drei doch auch sehr prominent plaziert w\u00e4re, wird von Honecker abgeschmettert. \u00bbEr sagte, kommt nicht in Frage, es kommt auf Seite eins und basta. Das ist das Lied zum Deutschlandtreffen, und dieses Lied mu\u00df die ganze FDJ kennenlernen und singen, und deswegen kommt es auf Seite eins&#8230;\u00ab<\/p>\n<p><strong>Bericht mit Langzeitwirkung<\/strong><\/p>\n<p>Der 1. M\u00e4rz ist Tag der Nationalen Volksarmee und alle Jahre in der DDR Anla\u00df, mit Namensgebungen an Truppenteile und Einheiten Traditionen bewu\u00dft zu machen. So auch am 1. M\u00e4rz 1967 in Peenem\u00fcnde, in der dort stationierten Flottille der Volksmarine. Hier hat die Junge Welt ma\u00dfgeblichen Anteil daran. Ihr im Oktober 1966 begonnener (und sp\u00e4ter f\u00fcr das Fernsehen verfilmter) Tatsachenbericht \u00bbRottenknechte\u00ab hatte das Schicksal von Angeh\u00f6rigen der faschistischen Kriegsmarine aufgedeckt, die 1945 Befehle zur Fortsetzung des l\u00e4ngst verlorenen Krieges verweigert hatten und deshalb hingerichtet worden waren \u0096 drei Tage vor der bedingungslosen Kapitulation. W\u00e4hrend einer feierlichen Zeremonie, an der auch der Chef der Volksmarine, Vizeadmiral Wilhelm Ehm, teilnimmt, erhalten nun also drei Landungsboote die Ehrennamen Rolf Peters, Gerhard Prenzler und Heinz Wilkowski \u0096 stellvertretend f\u00fcr die insgesamt elf ermordeten Besatzungsmitglieder des Minensuchers M 612.<\/p>\n<p><strong>Grafik f\u00fcr&#8217;n Groschen<\/strong><\/p>\n<p>\u00bbEtwas Neues zu erfinden, das n\u00fctzlich ist, unseren Lesern Freude macht und das es in keiner anderen Zeitung gibt: Grafik f\u00fcr einen Groschen \u0096 das ist unser Angebot.\u00ab Damit beginnt am 20. April 1971 die Geschichte der JW-Grafikserien. Fortan agiert die Jugendzeitung \u0096 bis 1989\/1990 im Jahres- bzw. Zwei-Jahresabstand \u0096 auch als Auftraggeber und Mittler von Kunst. Schon die Startserie mit elf Arbeiten zum Thema \u00bbJunge Leute in der sozialistischen DDR\u00ab st\u00f6\u00dft auf ein begeistertes Echo und enormen Zuspruch: Allein f\u00fcr die 50 Originalabz\u00fcge des ersten Blattes, die Lithographie \u00bbJunge Liebe\u00ab von Ulrich Fritzsche (Jahrgang 1941) gehen rund 600 Bestellungen ein, die dann mit einem zus\u00e4tzlichen Druck abgearbeitet werden m\u00fcssen. Aber hinzu kommt ja noch die ganzseitige Ver\u00f6ffentlichung in der Zeitung, die seinerzeit nur den erw\u00e4hnten Groschen kostet \u0096 bei einer Auflage von 500000 Exemplaren im Jahr 1971 und 1,5 Millionen 1989. Weitere Serien, f\u00fcr die auch namhafte ausl\u00e4ndische K\u00fcnstler gewonnen werden konnten, waren meist gesellschaftlichen H\u00f6hepunkten gewidmet \u0096 so den Weltfestspielen 1973 und 1985, dem 25. DDR-Geburtstag 1974, dem 30. Jahrestag der Befreiung im Folgejahr oder dem 750j\u00e4hrigen Berlin-Jubil\u00e4um 1987.<\/p>\n<p>Bis zu diesem Zeitpunkt haben bereits im JW-Auftrag 143 K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler, darunter Willi Sitte, Arno Mohr, Wolfgang Mattheuer, Johannes Heisig, Hubertus Giebe, Ronald Paris, Werner T\u00fcbke, Theo Balden, Fritz Cremer, Trakia Wendisch, Manfred Bofinger, Nuria Quevedo, David Alfaro Siqueros und HAP Grieshaber, insgesamt 185 Arbeiten vorgelegt (hier Walter Womacka f\u00fcr die 83er Serie \u00bbDem Frieden meine Grafik\u00ab).<\/p>\n<p><strong>Arbeiterklasse beleidigt<\/strong><\/p>\n<p>Eines Tages im Sp\u00e4therbst 1979 erscheint ein junger Bauarbeiter in der Redaktion und fragt sich zur Wirtschaftsabteilung durch. Der Jugendbrigadier von der \u00bbFDJ-Initiative Berlin\u00ab, die in der Hauptstadt das Wohnungsbauprogramm der DDR realisieren soll, will seinen Frust \u00fcber schlampige Organisation und die Arbeitsmoral auf den Baustellen loswerden. Am 7. Dezember erscheint der daraufhin entstandene Beitrag unter der \u00dcberschrift \u00bbWer soll das bezahlen?\u00ab in der Zeitung. Die Aufregung im zust\u00e4ndigen Ministerium f\u00fchrt zu heftigen Diskussionen \u0096 zun\u00e4chst allerdings weniger auf den Baustellen, sondern mit den Beteiligten aus der Redaktion; denen wirft G\u00fcnter Mittag, im SED-Politb\u00fcro f\u00fcr Wirtschaftsfragen zust\u00e4ndig, vor, damit die Arbeiterklasse beleidigt zu haben. Die \u00dcberschrift allerdings findet auch in den 80er Jahren als Markenzeichen f\u00fcr kritische Beitr\u00e4ge wiederholt Verwendung.<\/p>\n<p><strong>Hoch hinaus<\/strong><\/p>\n<p>Im August 1987 erklimmen f\u00fcnf junge Bergsteiger aus der DDR gemeinsam mit einem Redakteur der Jungen Welt in der Sowjetrepublik Tadshikistan einen bis dahin noch unbezwungenen Viertausender im mittelasiatischen Fan-Gebirge. Die mit Unterst\u00fctzung des Komsomol durchgef\u00fchrte Aktion ist nat\u00fcrlich dem bevorstehenden 70. Jahrestag der Oktoberrevolution, dem Frieden und der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft gewidmet, ein bi\u00dfchen aber auch dem im Februar begangenen 40. Jahrestag der Tageszeitung der FDJ. Denn im Gep\u00e4ck des Bergsteigereleven aus Berlin befindet sich eine Metallplatte, auf der der k\u00fcnftige Name des bisher namenlosen Gipfels eingraviert ist: Pik Junge Welt.<\/p>\n<p><strong>Kein Kommentar<\/strong><\/p>\n<p>Seit den Olympiamedaillen von 1964, 1972, 1976 und 1980 sowie der einmaligen Teilnahme der DDR an der Fu\u00dfball-WM 1974 (und dem dort erspielten 1:0-Sieg \u00fcber den sp\u00e4teren Weltmeister BRD) sowie dem Sieg des 1. FC Magdeburg im europ\u00e4ischen Pokalsieger-Cup 1974 ist es um den DDR-Fu\u00dfball international nicht gut bestellt. Auch 1987 werden die Fans schon in der ersten Runde der europ\u00e4ischen Pokalwettbewerbe ma\u00dflos entt\u00e4uscht: Nach den R\u00fcckspielen scheiden mit dem BFC Dynamo, dem 1. FC Lok Leipzig und Dynamo Dresden gleich drei von vier Vereinen aus. \u00bbKommentar \u00fcberfl\u00fcssig\u00ab steht tags darauf, am 1. Oktober, in der Berlin-Ausgabe auf der Sportseite \u0096 und das ist auch so gemeint: Statt der Spielberichte herrscht g\u00e4hnende Leere. Nur eine Fu\u00dfnote gibt es: \u00bbDen Wismut-Kumpeln aus Aue w\u00fcnschen wir alles Gute f\u00fcr die n\u00e4chste Runde!\u00ab Doch das Zeichen zorniger Sprachlosigkeit zeitigt \u0096 von der Emp\u00f6rung in der Sportverbandsf\u00fchrung und dem Unverst\u00e4ndnis bei Medienverantwortlichen h\u00f6heren Ortes abgesehen \u0096 keine Konsequenzen. Allerdings gibt es verunsicherte R\u00fcckfragen aus der Setzerei und nach dem Andruck auch aus der Druckerei sowie eines von dort alarmierten MfS-Mitarbeiters, der sich beim Chefredakteur daheim vergewissern will, da\u00df hier kein Sabotagakt vorliegt.<\/p>\n<p><strong>R\u00fcge vom Politb\u00fcro<\/strong><\/p>\n<p>In der w\u00f6chentlichen Sitzung des Politb\u00fcros des ZK der SED steht am 28. Februar 1989 unter Tagesordnungspunkt 19 die Junge Welt zur Debatte. Es geht um einen Beitrag auf der seit mehr als drei Jahrzehnten w\u00f6chentlich erscheinenden Antwortseite. Der hier beanstandete Artikel vom 23. Februar hatte die Entwicklung der sowjetisch-chinesischen Beziehungen zum Thema und mit seiner korrekten Darstellung der (aggressiven) Politik der Volksrepublik China in den 60er und 70er Jahren Proteste der chinesischen Regierung ausgel\u00f6st. Die hatte deshalb sogar den DDR-Botschafter in Peking ins Au\u00dfenministerium einbestellt. Das Politb\u00fcro-Protokoll vom 28. Februar h\u00e4lt fest: \u00bbGenosse E. Krenz (der seinerzeit f\u00fcr Jugend zust\u00e4ndige ZK-Sekret\u00e4r) wird beauftragt, den Zentralrat der FDJ \u00fcber den entstandenen politischen Schaden zu informieren. Dem Chefredakteur der Jungen Welt ist ein Verweis auszusprechen. Der verantwortliche Redakteur ist notwendigenfalls zu entlassen.\u00ab Der Chefredakteur kommt, offenbar nach Absprache mit Krenz, allerdings mit FDJ-Chef Eberhard Aurich \u00fcberein, den Autor, einen parteilosen Redakteur, v\u00f6llig aus dem Spiel zu lassen.<\/p>\n<p><strong>\u00bb&#8230; Zorn zu entladen\u00ab<\/strong><\/p>\n<p>\u00bbDer Zukunft zugewandt\u00ab \u0096 so \u00fcberschreibt die Junge Welt ihre nach dem 40. Jahrestag der DDR am 9. Oktober 1989 erscheinende Titelseite. Der tiefere Sinn hinter dieser der Nationalhymne entlehnten Zeile steckt in einem offenen Brief von Hermann Kant, in dem sich der Pr\u00e4sident des DDR-Schriftstellerverbandes, selbst Mitglied des ZK der SED, via Jugendzeitung seinen Frust \u00fcber die aktuellen Zust\u00e4nde im Lande von der Seele schreibt. \u00bbIch schrieb den Artikel f\u00fcr die Junge Welt am 1.10. und bekam am 8.10. Bescheid, er werde am n\u00e4chsten Morgen im Blatte stehen\u00ab, verr\u00e4t Kant ein Jahr sp\u00e4ter der Zeitung. \u00bbEs handelte sich um zwei Sonntage, zwischen denen soviel von der DDR verschwand, da\u00df sich der Rest dann nicht mehr halten konnte. (&#8230;) Auf seine Ver\u00f6ffentlichung hatte ich nicht sehr ernsthaft gez\u00e4hlt. Er schien ein Mittel, lang gestauten Zorn zu entladen. Es war der Versuch, in einer Situation etwas zu unternehmen, da die politische F\u00fchrung wie ein vom Schlagflu\u00df Getroffener \u00fcberm Lenkrad hing. Ich schrieb den Brief und gab ihn der Redaktion, weil ich \u0096 tats\u00e4chlich, nichts Geringeres als das \u0096 eine Sitzung des Zentralkomitees erzwingen wollte.\u00ab An einer solchen Sitzung sei jedoch der Generalsekret\u00e4r ganz und gar nicht interessiert gewesen. \u00bbAls ich das endlich begriffen hatte, verfiel ich auf einen Plan, der mir heute recht albern vorkommt. Ich gebe der Jungen Welt einen Brief mit undruckbarem Inhalt (undruckbar nach deren Normen jedenfalls) und verlange energisch den Abdruck. Der Chefredakteur l\u00e4uft mit meinem Schreiben zu seiner Obrigkeit, die h\u00f6chstwahrscheinlich immer noch Egon hei\u00dft. Dieser obere Egon kann nun das unerh\u00f6rte Schriftst\u00fcck seinen \u00fcbergeordneten Erichs vorlegen (welche Miene er dabei aufsetzt, ist ganz seine Sache). Zur Sprache kommen d\u00fcrfte aber, da\u00df das ZK-Mitglied K. nicht der einzige mit solchen Unklarheiten sei, und ob es nicht doch an der Zeit f\u00fcr eine Sitzung &#8230; So meine einfache oder naive Vorstellung von dem, was sich mit einem sehr offenen offenen Brief an die Junge Welt erreichen lasse \u0096 eine Vorstellung, an der mich besonders verbl\u00fcfft, da\u00df sie recht zutreffend war &#8230;\u00ab<\/p>\n<p><strong>Asyl f\u00fcr Lenin<\/strong><\/p>\n<p>Unter dieser \u00dcberschrift ver\u00f6ffentlicht die Junge Welt am 9. November 1991 ein von ihr an den Regierenden B\u00fcrgermeister von Berlin, Eberhard Diepgen (CDU), gerichtetes Schreiben mit der Bitte um die \u00dcberlassung des Lenin-Denkmals in Berlin. Der Abbau des inklusive Sockel 26 Meter hohen Monuments hatte am Vortag begonnen; geplant war, das in 125 Einzelteile zerlegte Werk des sowjetischen Bildhauers Nikolai Tomski in einer Kiesgrube au\u00dferhalb Berlins zu entsorgen. \u00bbDurch die g\u00fcnstige Lage des Redaktions- und Druckereigel\u00e4ndes am Treptower Park\u00ab, so hei\u00dft es in dem Schreiben weiter, \u00bbw\u00e4re es jederzeit \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich.\u00ab Die umgehende Ablehnung dieses Vorschlags d\u00fcrfte allerdings nicht mit dem angebotenen und damals f\u00fcr DDR-Hinterlassenschaften durchaus nicht un\u00fcblichen Kaufpreis von einer D-Mark zu erkl\u00e4ren gewesen sein.<\/p>\n<p><strong>Post vom Kanzler(amt)<\/strong><\/p>\n<p>In einem Schreiben vom 29. April 1993 erteilt das Bundeskanzleramt der Redaktion eine Absage. Sie hatte Kanzler Helmut Kohl in einem Brief vom 20.April davon in Kenntnis gesetzt, da\u00df eine JW-Leserin dem Regierungschef ein Freiabonnement der Jungen Welt zukommen lassen m\u00f6chte. \u00bbDa der Bundeskanzler\u00ab, so hei\u00dft es in der von einem Dr. Ackermann unterzeichneten Antwort aus Bonn, \u00bbt\u00e4glich mit einer F\u00fclle von Informationsmaterial ausgestattet wird, ist er leider nicht in der Lage, das ihm angebotene Exemplar wirklich zu nutzen. Ich m\u00f6chte Sie daher bitten, die Sendung des Freiexemplars wieder einzustellen.\u00ab Da ist der Verfassungsschutz besser \u00bbausgestattet\u00ab. Das Bundesamt in Wiesbaden hatte die Zeitung aus dem Osten von sich aus schon 1991 abonniert; das Bundeskriminalamt zog im April 1994 nach.<\/p>\n<p><strong>Zielgruppendilemma<\/strong><\/p>\n<p>\u00bbEine ganz neue Art Tageszeitung\u00ab schwebte konkret-Herausgeber Hermann L. Gremliza vor, als er Anfang 1994 vom Azzurro-Medienverlag, der inzwischen die Junge Welt herausgibt, mit der Ausarbeitung eines inhaltlichen Konzepts beauftragt wird, um den Leserschwund der bis dahin als \u00bbostdeutsche Tageszeitung\u00ab agierenden und seit 1993 auch so im Untertitel ausgewiesenen JW zu stoppen. \u00bbDie Zielgruppe bin ich\u00ab, soll er gesagt haben. Und damit das funktioniert, hat er auch die seine Vorstellung bedienenden \u00bbBlattmacher\u00ab mit der rechten (west-)linken Gesinnung nach Berlin entsandt. Elf Monate sp\u00e4ter ist \u00bbdie spannendste journalistische Innovation der letzten Jahre\u00ab (HLG) am Ende. Die nun mit einem kleinen j geschriebene junge Welt hatte einen Abo-R\u00fcckgang von 27865 auf 17405 (nach einem R\u00fcckgang von 63000 auf 28000 in anderthalb Jahren zuvor) zu verbuchen. W\u00e4hrend die B\u00fcrgerpresse gen\u00fc\u00dflich den Konkurs kommentiert, schlu\u00dffolgert Gremliza lapidar: \u00bbEntweder gibt es eine zahlenm\u00e4\u00dfig nennenswerte Linke nicht mehr, oder sie zieht das Klagen \u00fcber miese Verh\u00e4ltnisse dem Handeln zu deren Ver\u00e4nderung vor. &#8230; Keiner kann gezwungen werden, eine Zeitung f\u00fcr Leute zu machen, die es nicht gibt oder die keine wollen.\u00ab So sah denn auch die Konkurs-Ausgabe vom 6. April 1995 aus: Das \u00c4tsch gab&#8217;s schon auf der Titelseite: \u00bbKein Abo unter dieser Nummer.\u00ab Oder sehr selbstgerecht auch im Innenteil: \u00bbJede Zeit braucht ihre Zeitung, uns hat sie eben nicht verdient.\u00ab<\/p>\n<p><strong>Engagierte Solidarit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p>Als am 31. August 1996 der in DDR-Zeiten hochfrequentierte Solidarit\u00e4tsbasar der Berliner Journalisten Wiederauferstehung feiert, geh\u00f6rt die junge Welt zu den Initiatoren und Mitorganisatoren. Auch wenn der Andrang nicht mehr mit dem fr\u00fcherer Zeiten vergleichbar ist, so widerlegen auf dem Berliner Alexanderplatz doch Zehntausende Besucher alle vorab ge\u00e4u\u00dferten Bef\u00fcrchtungen, da\u00df im Gegensatz zur DDR Solidarit\u00e4t in der Marktwirtschaft keine Konjunktur mehr haben w\u00fcrde. Der allj\u00e4hrliche Solibasar, dessen Erl\u00f6s einem konkreten Projekt in der sogenannten dritten Welt zugute kommt \u0096 1996 ist es der Aufbau eines \u00c4rztehauses in Pinar del Rio (Kuba) \u0096 hat seitdem wieder einen festen Platz im Veranstaltungskalender der Hauptstadt.<\/p>\n<p><strong>Kurzerhand beschlagnahmt<\/strong><\/p>\n<p>Eine Ank\u00fcndigung der besonderen Art macht neugierig auf die Zeitung vom 31. Januar 1997: \u00bbHeute exklusiv in der jungen Welt: zwei Seiten, gestaltet von der Bundesanwaltschaft\u00ab. Am Vortag hatte die Redaktion \u0096 zum wiederholten Mal in den letzten Jahren \u0096 unangemeldeten Besuch vom Staatsschutz. Die vom Bundesgerichtshof (BGH) geschickten Herren waren auf der Suche nach \u00bbBeweismitteln, insbesondere der Druckschrift radikal, sonstigen schriftlichen Unterlagen, Personalcomputern und Computerdisketten, (&#8230;) die f\u00fcr die weitere Untersuchung bedeutsam sind\u00ab, wie es im Durchsuchungsbeschlu\u00df hei\u00dft. Dazu wird \u0096 bis dahin einmalig in der Justizgeschichte der BRD \u0096 ein kompletter Computer nebst verd\u00e4chtigen Disketten konfisziert, Material f\u00fcr die aktuelle Ausgabe der jW inklusive. Die erscheint tags darauf prompt mit anderthalb leeren Zeitungsseiten.<\/p>\n<p><strong>Krisenmanagement<\/strong><\/p>\n<p>Zwischen dem 24. Mai und 17. Juni 1997 kehrt die junge Welt, seit dem Konkurs 1995 vom Mitarbeiterverlag 8. Mai GmbH herausgegeben, gezwungenerma\u00dfen mit zun\u00e4chst reduziertem Umfang und zudem ohne Zugang zum rechnergest\u00fctzten Redaktionssystem vor\u00fcbergehend zu ihrem Gr\u00fcndungslogo aus dem Jahr 1947 zur\u00fcck. Hintergrund ist die Besetzung der Redaktionsr\u00e4ume durch einen Teil der \u0096 zumeist aus dem Westen gekommenen \u0096 Mitarbeiter. Diese wollten die Zeitung auf eine politische Linie festlegen, die heute etwa bei den sogenannten Antideutschen zu besichtigen ist. Deshalb wird von ihnen eine verlegerische Entscheidung \u00fcber eine auflagensichernde Zeitungslinie boykottiert und versucht, mit einem \u00bbStreik\u00ab \u0096 bis hin zur Blockade der Auslieferung \u0096 ein weiteres Erscheinen der Zeitung zu verhindern. Ihre erstaunlich schnell verbreitete und von zahllosen Verleumdungen begleitete Anti-jW-Neugr\u00fcndung l\u00e4\u00dft jedoch schon damals den Verdacht eines l\u00e4ngerfristig geplanten Coups aufkommen; immerhin geisterte der Wochenzeitungstitel bereits Wochen vorher in den jW-Redaktionscomputern herum. Die erste Ausgabe dieser Jungle World erscheint dann \u00fcbrigens als Beilage sowohl im Neuen Deutschland als auch in der taz.<\/p>\n<p><strong>M\u00fchsam-Preis<\/strong><\/p>\n<p>Die in L\u00fcbeck angesiedelte Erich-M\u00fchsam-Gesellschaft verleiht am 11.Mai 2003 der jungen Welt ihren nach dem Anarchisten benannten Preis. \u00bbSie l\u00e4\u00dft Menschen schreiben, die anderswo schweigen m\u00fcssen\u00ab, hebt der Hamburger Publizist Otto K\u00f6hler in seiner Laudatio mit Blick auf den in der Todeszelle sitzenden US-B\u00fcrgerrechtsaktivisten Mumia Abu-Jamal einleitend hervor. Der jW-Kolumnist war zwei Jahre zuvor mit dem Preis geehrt worden. \u00bbDas Projekt der Vernetzung, das die junge Welt seit einiger Zeit konsequent betreibt, gibt ihr ein Fundament in der demokratischen Gesellschaft. &#8230; Alles, was sich wehrt in diesem Land gegen die Vernichtung des Sozialstaats, gegen die Privatisierung der Lebensrisiken, gegen die Militarisierung der deutschen Au\u00dfenpolitik, kurz gegen einen neuen \u0096 oder alten \u0096 deutschen Imperialismus, findet einen Koordinationspunkt in der jungen Welt. Sie nimmt \u0096 das ist ihr Angebot an uns \u0096 in den Kriegen nach au\u00dfen und nach innen Partei.\u00ab Sie sei nach 1990 \u00bbihrer Enteignung, ihrer Vernichtung nur darum entgangen, weil man sie nicht ernst nahm. Weil sie sich nach kapitalistischen Ma\u00dfst\u00e4ben nicht rechnete &#8230; Die junge Welt \u00fcberlebte, weil man sich \u0096 zu Recht \u0096 nichts von ihr versprechen konnte.\u00ab<\/p>\n<p><strong>Hausverbot<\/strong><\/p>\n<p>Schauplatz Buchmesse Leipzig, M\u00e4rz 2004: Am Stand der Bundeswehr, die zwar auf einer Buchmesse nichts zu suchen hat und dennoch seit Jahren gr\u00f6\u00dfter Einzelaussteller der Leipziger Traditionsmesse ist, kommt es zu einer Protest\u00adaktion von Verlegern, Autoren, Buchh\u00e4ndlern und Messebesuchern. Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Messe GmbH alarmiert Polizei und Feldj\u00e4ger, um die \u00bbAktion der jungen Welt\u00ab zu unterbinden. Das geschieht denn auch mit massiver Gewalt. Als Sprecher der Gruppe wird der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Verlages 8. Mai, in dem die junge Welt erscheint, von Polizisten zu Boden geworfen (Foto), an H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen gefesselt und aus der Ausstellungshalle geschleppt. Gegen ihn ergeht Strafbefehl wegen K\u00f6rperverletzung sowie Widerstand gegen Vollzugsbeamte. Ein halbes Jahr sp\u00e4ter f\u00fchrt die Hauptverhandlung vor dem Leipziger Amtsgericht gegen eine Geldbu\u00dfe von 600 Euro zur Einstellung des Verfahrens. Das ficht die Messe GmbH nicht an: Sie spricht ein generelles Hausverbot aus, das auch noch f\u00fcr das folgende Jahr gilt. Seit den Protesten verzichtet die Bundeswehr allerdings wie in Frankfurt am Main auf eine Messepr\u00e4senz in Leipzig.<\/p>\n<p>*******<\/p>\n<p><strong>Wie die junge Welt von Staats wegen gesehen wird:<\/strong><\/p>\n<p>\u00bbDrecksblatt\u00ab<br \/>\n(Bayerns Innenminister G\u00fcnther Beckstein (CSU)<br \/>\n\u00bbLinksextremistische Zeitschrift\u00ab<br \/>\n(Verfassungsschutz)<br \/>\n\u00bb\u00dcbriggebliebenes Bl\u00e4ttchen aus der DDR\u00ab, \u00bbmediales Sprachrohr der alten Stasi-Obristen\u00ab<br \/>\n(Marianne Birthler, Bundesbeauftragte f\u00fcr die Unterlagen des MfS)<br \/>\n\u00bbSammelbecken fr\u00fcherer DDR-Agenten und Verschw\u00f6rungstheoretiker \u0096 mit engem Draht zur Linksfraktion\u00ab<br \/>\n(Der Spiegel)<br \/>\n\u00bblinksorthodox\u00ab<br \/>\n(FAZ)<br \/>\n\u00bbVolkskommunistische Traditionszeitung\u00ab, \u00bbKampfpostille der ultralinken PDS-Fraktion\u00ab, \u00bbOrgan restkommunistischen Bewu\u00dftseins\u00ab<br \/>\n(taz)<br \/>\n\u00bbAltstalinistenblatt\u00ab<br \/>\n(Berliner Zeitung)<br \/>\n\u00bbZentralorgan unbelehrbarer DDR-Nostalgiker\u00ab, \u00bbZentralorgan f\u00fcr Geschichtsklitterung\u00ab<br \/>\n(Hubertus Knabe, Historiker, Leiter der \u00bbMfS-Gedenkst\u00e4tte\u00ab in Berlin-Hohensch\u00f6nhausen)<\/p>\n<p>*******<\/p>\n<p><strong>Gefahr von links<\/p>\n<p>\u00bbStaatsgef\u00e4hrdender Nachrichtendienst\u00ab: 1961 in Dortmund verurteilt, nach dem Anschlu\u00df der DDR im Visier des Verfassungsschutzes<\/strong><\/p>\n<p><u>von Daniel Christ<\/u><\/p>\n<p>Unseren Autor (Jahrgang 1973) gibt es wirklich, allerdings nicht unter diesem Namen. Ein Fall f\u00fcr den Staatsschutz?<\/p>\n<p>So h\u00e4tten die hier abgebildeten Herren es gern: Durchsuchung der jW-Redaktion im Mai 1996 [Foto: jW-Archiv]<\/p>\n<p>Im 2006 vorgelegten Verfassungsschutzbericht f\u00fcr das Jahr 2005 wird die Tageszeitung junge Welt im entsprechenden Kapitel als \u00bbbedeutendes Druckerzeugnis im linksextremistischen Bereich\u00ab herausgehoben. Wie bereits im Vorjahresbericht wird konstatiert: \u00bbEinzelne Redaktionsmitglieder und ein gro\u00dfer Teil der Stamm- und Gastautoren sind dem linksextremistischen Spektrum zuzuordnen. (&#8230;) Die Zeitung pflegt eine traditionskommunistische Ausrichtung und propagiert die Errichtung einer sozialistischen Gesellschaft.\u00ab Ihre Beitr\u00e4ge w\u00fcrden \u00bbstreng ideologischer, antikapitalistischer Ausrichtung\u00ab folgen.<\/p>\n<p>In fr\u00fcheren Berichten des K\u00f6lner Bundesamtes, so aus den sp\u00e4ten neunziger Jahren, werden weitere Vergehen des \u00bbauflagenst\u00e4rksten und aufwendigsten organisationsunabh\u00e4ngigen Blatts\u00ab aufgelistet: \u00bbMit Blick auf die mehrheitlich ostdeutsche Leserschaft\u00ab werde auf \u00bbeine deutliche DDR-Nostalgie\u00ab orien\u00adtiert. \u00bbDas Spektrum der Redakteure und Autoren spannt sich von Anh\u00e4ngern der DKP und der KPF der PDS \u00fcber fr\u00fchere Unterst\u00fctzer deutscher linksterroristischer Organisationen bis hin zu ehemaligen Inoffiziellen Mitarbeitern des \u009bMinisteriums f\u00fcr Staatssicherheit\u008b (MfS) und \u009bKundschaftern des Friedens\u008b der ehemaligen DDR.\u00ab<\/p>\n<p>Alte Feindbilder sind z\u00e4hlebig, und solcherart Feindbildpflege hat Tradition im Rechtsstaat Bundesrepublik. Beim Bl\u00e4ttern in alten JW-B\u00e4nden findet sich diesbez\u00fcglich so einiges. Zum Beispiel der f\u00fcnf Jahrzehnte zur\u00fcckliegende \u00bbFall Klaus Haupt\u00ab. Der damals 26j\u00e4hrige Redakteur der FDJ-Tageszeitung war von seiner Redaktion im Mai 1956 als Berichterstatter zu einem Proze\u00df gegen Gerhard Deumlich, einen jungen westdeutschen Patrioten und Aufr\u00fcstungsgegner, nach Dortmund geschickt worden. Doch schon am ersten Verhandlungstag \u0096 es war der 25. Mai \u0096 wurde er im dortigen Landgericht trotz Presseausweis und Akkreditierung festgenommen, im Polizeipr\u00e4sidium der Stadt stundenlang verh\u00f6rt und schlie\u00dflich ins Untersuchungsgef\u00e4ngnis \u00fcberf\u00fchrt. Als FDJ-Mitglied aus der DDR fiel er unter Paragraph 129a (Fortsetzung einer verbotenen Vereinigung); die FDJ war im Westen 1951 verboten worden. Im Ablehnungsbescheid einer Haftbeschwerde war zudem von \u00bbStaatsgef\u00e4hrdung\u00ab die Rede. Erst sieben Wochen sp\u00e4ter, am 17. Juli, mu\u00dfte Haupt unter dem Druck einer breiten Protestbewegung selbst in der BRD und im Ausland freigelassen werden.<\/p>\n<p>Zwei Jahre sp\u00e4ter mu\u00dfte die Zeitung erneut melden: \u00bbJW-Korrespondent in Dortmund verhaftet!\u00ab Ihr Redakteur Wolfgang Baumgart war trotz der Genehmigung der zust\u00e4ndigen BRD-Instanz, \u00fcber einen ebenfalls mit dem FDJ-Verbot von 1951 begr\u00fcndeten Proze\u00df gegen den Vorsitzenden des Deutschen Jugendringes Wolfgang Schoor berichten zu d\u00fcrfen, direkt im Gerichtssaal festgenommen worden. Weil er sich als ausgewiesener Pressevertreter Notizen gemacht hatte, galt Paragraph 92: \u00bbstaatsgef\u00e4hrender Nachrichtendienst\u00ab. Baumgart mu\u00dfte nach seiner Verhaftung am 13. Juni 1958 bereits nach zwei Wochen auf freien Fu\u00df gesetzt werden. Zuvor allerdings war Anklage erhoben worden: wegen \u00bbR\u00e4delsf\u00fchrerschaft in Untergrundvereinen mit verfassungsfeindlichem Charakter\u00ab, \u00bbVerunglimpfung von Staatsorganen\u00ab sowie Verfassen \u00bbstaatsgef\u00e4hrender Schriften\u00ab. Um letztere zu beweisen, hatte die Staatsanwaltschaft sogar einige von Baumgarts JW-Artikeln herangezogen.<\/p>\n<p>Beide F\u00e4lle stehen exemplarisch f\u00fcr mehrere andere; einen zus\u00e4tzlichen H\u00f6hepunkt setzte das Dortmunder Gericht schlie\u00dflich im 14. M\u00e4rz 1961, als es in einem weiteren Verfahren gleich die gesamte JW-Redaktion, nat\u00fcrlich in Abwesenheit, aufgrund ihrer Berichterstattung aus der Bundesrepublik pauschal verurteilte \u0096 wegen \u00bbstaatsgef\u00e4hrdendem Nachrichtendienst\u00ab. \u00bbDabei ist nicht erforderlich, da\u00df sich die Nachrichten auf Staatsgeheimnisse oder sonstige geheimzuhaltende Sachverhalte beziehen, tatsbestandsm\u00e4\u00dfig ist vielmehr auch das Sammeln solcher Nachrichten, die offenkundig oder allgemein zug\u00e4nglich sind\u00ab, hie\u00df es in der Antragsschrift.<\/p>\n<p>Ohne hier nun gleich in Spekulationen zu verfallen und Verschw\u00f6rungstheo\u00adrien aufzustellen: Da\u00df die aktuellen Erkenntnisse des Verfassungsschutzes wie die Schikanen, denen die junge Welt seit Jahren ausgesetzt ist, mit jenem Verdikt von 1961 in Zusammenhang stehen, ist eher unwahrscheinlich, aber auch nicht auszuschlie\u00dfen. Die von der Bundesanwaltschaft angeordneten, zum Teil sehr r\u00fcde gef\u00fchrten Durchsuchungsaktionen in der Redaktion \u0096 1994, 1995 (\u00bbStasi st\u00fcrmte junge Welt\u00ab), 1996, 1997, 1999 ff. \u0096 sind den jWlern noch in bester, genauer: schlechter Erinnerung. Ebenso die Versuche, die linke Stimme per Gericht mit einstweiligen Verf\u00fcgungen oder angedrohten Bu\u00dfgeldern zum Schweigen zu bringen, w\u00e4ren da zu nennen. Und wo das nicht zu funktionieren droht, werden Maulk\u00f6rbe ausgegeben. Wie zuletzt im Dezember 2006 im Falle eines Beamten aus dem Bundeskriminalamt, der kritische Berichte auf dem Gerichtswege unterbinden wollte und wenigstens das Verbot bewirken konnte, da\u00df der Zeitung die Berichterstattung \u00fcber diesen Rechtsstreit einstweilig untersagt wurde. Die vor f\u00fcnf Jahrzehnten verhinderten JW-Berichte lassen gr\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p>*******<\/p>\n<p><strong>N\u00d6SLP \u0096 das Erfolgsgeheimnis der jungen Welt<\/strong><\/p>\n<p>Als der Konkret-Herausgeber Hermann L. Gremliza 1997 um einen Geburtstagsgru\u00df zum F\u00fcnfzigsten der jungen Welt gebeten wurde, bemerkte er: \u00bbDie Geburt der jungen Welt datiere ich auf das Jahr 1995 und die Einf\u00fchrung des Neuen \u00d6konomischen Systems Linker Publizistik (N\u00d6SLP), dessen Erfolgsgeheimnis in der Selbstausbeutung der Produzenten besteht. Der Geburtstag, zu dem ich der jungen Welt herzlich gratuliere, ist also ihr zweiter.\u00ab Nat\u00fcrlich lag der Hamburger Publizist da nicht v\u00f6llig daneben. Ohne das N\u00d6SLP g\u00e4be es die junge Welt heute nicht mehr. Aber das wirklich tolle System h\u00e4tte nichts gebracht, wenn es die von Gremliza demonstrativ ignorierte Geschichte der Zeitung nicht gegeben h\u00e4tte: Ohne das Erbe von Honecker bis Gremliza h\u00e4tten wir weder den 50. noch den 60. feiern k\u00f6nnen. Das N\u00d6SLP erfanden wir damals in der edlen Absicht, dieses Erbe zu bewahren \u0096 und weiterzuentwickeln. Eine zentrale Gr\u00f6\u00dfe im System ist tats\u00e4chlich bis heute die Selbstausbeutung der Belegschaft, aber eben nur eine. Ein System, das nur auf niedrige Geh\u00e4lter setzt, w\u00e4re weder neu, noch einmalig, noch erfolgreich, wie das andere Bl\u00e4tter im b\u00fcrgerlichen Mediendschungel bewiesen haben und beweisen. Eine weitere zentrale Determinante ignoriert Gremliza wie schon den geschichtlichen Aspekt: Den Beitrag der Leserinnen und Leser dieser Zeitung und der Art und Weise, wie die junge Welt es schafft, diese in die Zukunft (und damit auch in die Geschichte) des Produktes einzubeziehen. Legend\u00e4r die Zahl und die Art der Aktionen: Da wurden P\u00e4ckchen nach dr\u00fcben gepackt \u0096 jW-Probeabos, um den Mangel an guten Zeitungen dr\u00fcben im Westen etwas zu mildern. Da schimpfte ein Kriminalbeamter nach einer Hausdurchsuchung bei der jungen Welt: \u00bbHoffentlich seid ihr bald Pleite\u00ab. Daraus wurde ein sch\u00f6nes Plakat, eine prima Aktion und auf die Schnelle 1000 Abos. Da gab es Kampagnen, in denen Richter ihre letzte Robe, Theofilo Stevenson seine Boxhandschuhe, Dietrich Kittner die legend\u00e4re M\u00fctze und Gabi Seifert ihre Schlittschuhe f\u00fcr Aboaktivisten spendierten. Leserinnen und Leser organisierten Tausende von Probeabos, f\u00fcllten in Krisenzeiten diverse Fonds und gr\u00fcndeten sozusagen eine eigene Bank f\u00fcr die junge Welt, die Genossenschaft. Und tats\u00e4chlich gelang es, den Aboverfall zu stoppen. Seit zwei Jahren verbucht die junge Welt erstmals seit 1990 wieder Zuw\u00e4chse. Aber trotz Geschichte, trotz Selbstausbeutung und aktiver Leserbeteiligung: Die entscheidende Gr\u00f6\u00dfe im N\u00d6SLP ist das Produkt junge Welt selbst, ihr realer Gebrauchswert. Diese Zeitung liefert nicht nur Information, Analyse, Meinung und Diskussion: Mit ihr kann man Netzwerke bilden, Horizonte erweitern, sogar H\u00e4mmer schmieden, um damit \u00fcberkommene Systeme zu zerschlagen. Behauptet die junge Welt zumindest in ihrer aktuellen Aktion, die das ganze Jahr 2007 andauert und mit der aus Anla\u00df ihres 60. Ersterscheinungstages 60 x 60, also 3600 Abonnements gewonnen werden sollen. Dazu z\u00e4hlen nicht nur Internet- und Printabos, sondern auch Umsteiger auf eine h\u00f6here Abopreisklasse. Warum wir Ihnen dies alles so ausf\u00fchrlich darstellen? Am Schlu\u00df dieser 16 Seiten \u00fcber dieses St\u00fcck linker Gegenkultur laden wir Sie herzlich ein, sich ebenfalls zu beteiligen: Mit einem Abonnement oder als Mitglied in der Genossenschaft. Oder beidem. Wir haben das n\u00f6tig, Sie aber auch.<\/p>\n<p><em>Verlag, Redaktion, Genossenschaft<\/em><\/p>\n<p>&#8211; letzterem schlie\u00dfe ich mich an! <em>Andreas Gr\u00fcnwald<\/em><\/p>\n<p>Quelle f\u00fcr alle Beitr\u00e4ge: Sonderbeilage der Jungen Welt am 13.01.07<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>16. Januar 2007 Den ersten Teil dieser umfangreichen Artikelsammlung aus einer Eigenbeilage der Jungen Welt zu ihrem 60. Geburtstag lesen Sie hier. ******* Kein Pardon Wir sind Tag f\u00fcr Tag eine Zeitung gegen den Krieg von R\u00fcdiger G\u00f6bel Der Autor (Jahrgang 1968) kam im Herbst 1997 zur Tageszeitung junge Welt. Ab 1998 arbeitete er im [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[19,2,10,4],"class_list":["post-1560018","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-geschichte","tag-linke","tag-medien","tag-za-junge-welt"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.3 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>60 Jahre Junge Welt \/\/ Teil 2 - Alte Webseite Andreas Gr\u00fcnwald<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/2007\/01\/16\/title1560018\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"60 Jahre Junge Welt \/\/ Teil 2 - Alte Webseite Andreas Gr\u00fcnwald\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"16. Januar 2007 Den ersten Teil dieser umfangreichen Artikelsammlung aus einer Eigenbeilage der Jungen Welt zu ihrem 60. Geburtstag lesen Sie hier. ******* Kein Pardon Wir sind Tag f\u00fcr Tag eine Zeitung gegen den Krieg von R\u00fcdiger G\u00f6bel Der Autor (Jahrgang 1968) kam im Herbst 1997 zur Tageszeitung junge Welt. Ab 1998 arbeitete er im [&hellip;]\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/2007\/01\/16\/title1560018\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Alte Webseite Andreas Gr\u00fcnwald\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2007-01-16T00:10:51+00:00\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2015-11-01T16:46:18+00:00\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"andreas_gruenwald\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Verfasst von\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"andreas_gruenwald\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"26\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"Article\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/andreas-gruenwald.de\\\/alte-webseite\\\/2007\\\/01\\\/16\\\/title1560018\\\/#article\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/andreas-gruenwald.de\\\/alte-webseite\\\/2007\\\/01\\\/16\\\/title1560018\\\/\"},\"author\":{\"name\":\"andreas_gruenwald\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/andreas-gruenwald.de\\\/alte-webseite\\\/#\\\/schema\\\/person\\\/ece0f6c287cf10af976a7b519bb9fb5e\"},\"headline\":\"60 Jahre Junge Welt \\\/\\\/ Teil 2\",\"datePublished\":\"2007-01-16T00:10:51+00:00\",\"dateModified\":\"2015-11-01T16:46:18+00:00\",\"mainEntityOfPage\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/andreas-gruenwald.de\\\/alte-webseite\\\/2007\\\/01\\\/16\\\/title1560018\\\/\"},\"wordCount\":5164,\"commentCount\":0,\"keywords\":[\"geschichte\",\"linke\",\"medien\",\"za junge welt\"],\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"CommentAction\",\"name\":\"Comment\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/andreas-gruenwald.de\\\/alte-webseite\\\/2007\\\/01\\\/16\\\/title1560018\\\/#respond\"]}]},{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/andreas-gruenwald.de\\\/alte-webseite\\\/2007\\\/01\\\/16\\\/title1560018\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/andreas-gruenwald.de\\\/alte-webseite\\\/2007\\\/01\\\/16\\\/title1560018\\\/\",\"name\":\"60 Jahre Junge Welt \\\/\\\/ Teil 2 - Alte Webseite Andreas Gr\u00fcnwald\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/andreas-gruenwald.de\\\/alte-webseite\\\/#website\"},\"datePublished\":\"2007-01-16T00:10:51+00:00\",\"dateModified\":\"2015-11-01T16:46:18+00:00\",\"author\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/andreas-gruenwald.de\\\/alte-webseite\\\/#\\\/schema\\\/person\\\/ece0f6c287cf10af976a7b519bb9fb5e\"},\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/andreas-gruenwald.de\\\/alte-webseite\\\/2007\\\/01\\\/16\\\/title1560018\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/andreas-gruenwald.de\\\/alte-webseite\\\/2007\\\/01\\\/16\\\/title1560018\\\/\"]}]},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/andreas-gruenwald.de\\\/alte-webseite\\\/2007\\\/01\\\/16\\\/title1560018\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Home\",\"item\":\"https:\\\/\\\/andreas-gruenwald.de\\\/alte-webseite\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"60 Jahre Junge Welt \\\/\\\/ Teil 2\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/andreas-gruenwald.de\\\/alte-webseite\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/andreas-gruenwald.de\\\/alte-webseite\\\/\",\"name\":\"Alte Webseite Andreas Gr\u00fcnwald\",\"description\":\"\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/andreas-gruenwald.de\\\/alte-webseite\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Person\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/andreas-gruenwald.de\\\/alte-webseite\\\/#\\\/schema\\\/person\\\/ece0f6c287cf10af976a7b519bb9fb5e\",\"name\":\"andreas_gruenwald\",\"url\":\"https:\\\/\\\/andreas-gruenwald.de\\\/alte-webseite\\\/author\\\/andreas_gruenwald\\\/\"}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"60 Jahre Junge Welt \/\/ Teil 2 - Alte Webseite Andreas Gr\u00fcnwald","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/2007\/01\/16\/title1560018\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"60 Jahre Junge Welt \/\/ Teil 2 - Alte Webseite Andreas Gr\u00fcnwald","og_description":"16. Januar 2007 Den ersten Teil dieser umfangreichen Artikelsammlung aus einer Eigenbeilage der Jungen Welt zu ihrem 60. Geburtstag lesen Sie hier. ******* Kein Pardon Wir sind Tag f\u00fcr Tag eine Zeitung gegen den Krieg von R\u00fcdiger G\u00f6bel Der Autor (Jahrgang 1968) kam im Herbst 1997 zur Tageszeitung junge Welt. Ab 1998 arbeitete er im [&hellip;]","og_url":"https:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/2007\/01\/16\/title1560018\/","og_site_name":"Alte Webseite Andreas Gr\u00fcnwald","article_published_time":"2007-01-16T00:10:51+00:00","article_modified_time":"2015-11-01T16:46:18+00:00","author":"andreas_gruenwald","twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Verfasst von":"andreas_gruenwald","Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"26\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"Article","@id":"https:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/2007\/01\/16\/title1560018\/#article","isPartOf":{"@id":"https:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/2007\/01\/16\/title1560018\/"},"author":{"name":"andreas_gruenwald","@id":"https:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/#\/schema\/person\/ece0f6c287cf10af976a7b519bb9fb5e"},"headline":"60 Jahre Junge Welt \/\/ Teil 2","datePublished":"2007-01-16T00:10:51+00:00","dateModified":"2015-11-01T16:46:18+00:00","mainEntityOfPage":{"@id":"https:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/2007\/01\/16\/title1560018\/"},"wordCount":5164,"commentCount":0,"keywords":["geschichte","linke","medien","za junge welt"],"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"CommentAction","name":"Comment","target":["https:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/2007\/01\/16\/title1560018\/#respond"]}]},{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/2007\/01\/16\/title1560018\/","url":"https:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/2007\/01\/16\/title1560018\/","name":"60 Jahre Junge Welt \/\/ Teil 2 - Alte Webseite Andreas Gr\u00fcnwald","isPartOf":{"@id":"https:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/#website"},"datePublished":"2007-01-16T00:10:51+00:00","dateModified":"2015-11-01T16:46:18+00:00","author":{"@id":"https:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/#\/schema\/person\/ece0f6c287cf10af976a7b519bb9fb5e"},"breadcrumb":{"@id":"https:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/2007\/01\/16\/title1560018\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/2007\/01\/16\/title1560018\/"]}]},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/2007\/01\/16\/title1560018\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Home","item":"https:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"60 Jahre Junge Welt \/\/ Teil 2"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/#website","url":"https:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/","name":"Alte Webseite Andreas Gr\u00fcnwald","description":"","potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/#\/schema\/person\/ece0f6c287cf10af976a7b519bb9fb5e","name":"andreas_gruenwald","url":"https:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/author\/andreas_gruenwald\/"}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1560018","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1560018"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1560018\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13805717,"href":"https:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1560018\/revisions\/13805717"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1560018"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1560018"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/andreas-gruenwald.de\/alte-webseite\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1560018"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}