Hamburg: Einzelhandelsbeschäftigte demonstrierten für Tarifvertrag und überreichten Grußbotschaft an GDL
Mit einer Demonstration durch die Hamburger Innenstadt haben mehrere hundert Beschäftigte am Freitag auf die seit einer Woche andauernden Streikaktionen in der Lagerwirtschaft des Otto-Konzerns aufmerksam gemacht. Unterstützt wurden sie von einer Delegation der Belegschaft des großen Otto-Lagers im sachsen-anhaltinischen Haldensleben, die ebenfalls seit dem 28. September im Ausstand ist. Zum Arbeitskampf aufgerufen hatte die Dienstleitungsgewerkschaft ver.di, nachdem es ihr trotz monatelanger Verhandlungen bislang nicht gelungen ist, einen Tarifabschluß für die Beschäftigten des Einzelhandels durchzusetzen.
Brisanz haben die Aktionen laut ver.di auch deshalb, weil die etwa 2000 Lagerarbeiter bei Otto überwiegend Teilzeitbeschäftigte sind und mit ihren geringeren Löhnen kaum über die Runden kommen. In den Tarifverhandlungen fordert die Gewerkschaft eine Erhöhung der Einkommen um rund fünf Prozent sowie die Fortzahlung des bisherigen Urlaubs- und Weihnachtsgeldes. Die Unternehmer haben dies durch die Kündigung des Manteltarifvertrags in Frage gestellt.
Ver.di-Streikführer Ulrich Meinecke rief am Freitag zur unbefristeten Fortsetzung der Arbeitskampfaktionen bei Otto auf. Das Versandhaus habe im Unternehmerlager eine gewichtige Stimme und könne deshalb dafür sorgen, in den Tarifverhandlungen »endlich zu einem Durchbruch zu kommen«, sagte Meinecke. Am Vormittag waren die Streikenden zum Hauptbahnhof gezogen, um den streikenden Lokführern eine Grußbotschaft zu überbringen. Dem Versuch des Bahn-Vorstandes, durch gerichtliche Entscheidungen das legitime Streikrecht der Beschäftigten zu untergraben, trete man gemeinsam entgegen, hieß es in der Solidaritätserklärung.
Verwendung: Junge Welt vom 8. Oktober 2007
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