27. März 2007

Schon am Freitag könnte die Urabstimmung beschlossen werden. 4000 Beschäftigte sind betroffen

In Hamburg deutet sich an den 173 Kitas der städtischen »Vereinigung Hamburger Kindertagesstätten« ein unbefristeter Streik an. Denn kommt es am Freitag zu keiner Annäherung in den Tarifverhandlungen, will die Gewerkschaft ver.di schon am 2. April eine Urabstimmung für die rund 4000 Beschäftigten des größten Hamburger Kita-Trägers einleiten. Die Verhandlungen seien schon seit Monaten festgefahren, sagte dazu am Montag ver.di-Fachbereichsleiterin Angelika Detsch. Auch in der letzten Woche waren die Gespräche ergebnislos abgebrochen worden.

Hauptstreitpunkt ist die Lohnfrage. Während die »Arbeitgeber« für alle neuen Mitarbeiter der Vereinigung eine Lohnsenkung von bis zu 300 Euro im Monat durchsetzen wollen (davon wären auch Mitarbeiter betroffen, die schon jetzt bei der »Vereinigung« und auf Basis eines Zeitvertrags arbeiten), ist die Gewerkschaft allenfalls bereit, einem zeitweiligen Lohnverzicht zuzustimmen. Doch um dessen Höhe auszuhandeln, sollen die Arbeitgeber auch ihre Bücher offen legen, die dann von einem unabhängigen Gutachter geprüft werden sollen.

Gestritten wird ebenfalls darüber, ob ein ausgehandelter Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst zur Anwendung kommt oder ob ein völlig neues Tarifwerk entstehen muß. Letzteres wollen die Arbeitgeber, um so auch durchzusetzen, daß Tarifsteigerungen im öffentlichen Dienst bei den Kitas nur noch mit einer Verzögerung von rund einem Jahr in Kraft treten. Ein Knackpunkt der Verhandlungen ist die Laufzeit einer Tarifvereinbarung. Eine dauerhafte Senkung des Lohnniveaus will die Gewerkschaft nicht mitmachen.

Verwendung: Junge Welt
Permalink zu diesem Artikel, Kommentare lesen oder schreiben: hier
Eintrag versenden: hier