Tausende Beschäftigte protestierten gegen geplanten Abbau von weiteren Stellen
Bundesweit haben am Mittwoch Tausende Beschäftigte der Commerzbank gegen die Stellenabbaupläne ihrer Konzernspitze protestiert. Wie ein Sprecher der Commerzbank zuvor bekräftigte, will der Konzern 900 Vollzeitstellen vor allem im IT-Bereich und bei der Kreditbearbeitung abbauen. Doch nach Schätzungen der Betriebsräte und der Gewerkschaft ver.di könnte der tatsächliche Personalabbau noch höher ausfallen und mittelfristig bis zu 3000 Beschäftigte betreffen.
Teils mehrstündige Betriebsversammlungen fanden deshalb am Mittwoch in Hamburg, Hannover, Bremen, Dortmund, Essen, Düsseldorf, Köln, Stuttgart, München, Frankfurt am Main und Wuppertal statt. In Hamburg beteiligten sich an einer anschließenden Demonstration mehrere hundert Bankangestellte, die für die betroffenen Arbeitsplätze symbolisch 3000 Luftballons aufsteigen ließen. Auch in Düsseldorf gingen nach der Belegschaftsversammlung 400 Mitarbeiter auf die Straße.
Unmittelbar vor den Aktionen hatte ver.di-Vorstandsmitglied Uwe Foullong die Konzernspitze noch einmal aufgefordert, »soziale Verantwortung« zu übernehmen. Wer wie die Commerzbank riesige Gewinne einfahre, dürfe die Beschäftigten nicht im Regen stehen lassen. Bereits in den letzten sechs Jahren hatte die Bank bundesweit 6000 Mitarbeiterstellen abgebaut. Gleichzeitig stiegen die Gewinne: Im letzten Geschäftsjahr wurde ein Gewinn von 1,3 Milliarden Euro erwirtschaft.
http://www.jungewelt.de/2006/08-17/021.php
